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	<description>Ein Projekt für und von Menschen mit Behinderung</description>
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		<title>Interview: Koordinationsstelle AMS BSB FSW</title>
		<link>http://www.projekt-gink-go.at/2008/07/koordinationsstelle/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Jul 2008 15:54:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Projekt Gink-Go!</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule und Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[AMS]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
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		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Ingrid Hofer und Susanne Gabrle Helmut Ritter befragte Susanne Gabrle und Ingrid Hofer über die Aufgaben und den Zweck der Koordinationsstelle. Mit diesem Artikel feiert er sein Debüt als Interviewer bei Projekt Gink-Go! Helmut: Zu welchem Zweck wurde die Koordinationsstelle AMS BSB FSW ins Leben gerufen? Susanne Gabrle und Ingrid Hofer: Das Arbeitsmarktservice Wien, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Ingrid Hofer und Susanne Gabrle</h2>
<p>Helmut Ritter befragte Susanne Gabrle und Ingrid Hofer über die Aufgaben und den Zweck der Koordinationsstelle. Mit diesem Artikel feiert er sein Debüt als Interviewer bei Projekt Gink-Go!</p>
<p><span id="more-84"></span><br />
Helmut: Zu welchem Zweck wurde die Koordinationsstelle AMS BSB FSW ins Leben gerufen?</p>
<p>Susanne Gabrle und Ingrid Hofer: Das Arbeitsmarktservice Wien, das Bundessozialamt/Landesstelle Wien und der Fonds Soziales Wien haben im April 2007 gemeinsam eine Koordinationsstelle beauftragt, die Situation der beruflichen Integration behinderter und benachteiligter Jugendlicher in Wien zu erheben und Vorschläge für die verbesserte systemübergreifende Zusammenarbeit zu erarbeiten.</p>
<p><strong>Helmut:</strong> Welche Aufgaben hat die Koordinationsstelle?</p>
<p><strong>Susanne Gabrle und Ingrid Hofer:</strong></p>
<ul>
<li>Schaffung eines verbesserten Überblicks über das vorhandene Angebot im Bereich der beruflichen Integration benachteiligter und behinderter Jugendlicher in Wien.</li>
<li>Darstellung von Systemschwächen, -brüchen und Schnittstellen zwischen den fördernden Systemen.</li>
<li>Vereinfachung und Klärung von Abläufen bei systemübergreifenden Individualförderungen.</li>
<li>Systemübergreifende Öffentlichkeitsarbeit, um Betroffenen das Angebot der beruflichen Integration zugänglich zu machen.</li>
<li>Zielgruppendefinition und -clusterung unter dem Fokus des Unterstützungsbedarfs für die berufliche Integration zur besseren Abschätzung des Bedarfs und Planung des zukünftigen Angebots.</li>
</ul>
<p>Es gibt ein Begleitgremium zur Koordinationsstelle, das aus je einem Vertreter/einer Vertreterin von AMS, BSB und FSW besteht. Mit dieser Gruppe werden in regelmäßigen Treffen die konkreten Themen und Schritte diskutiert und festgelegt.</p>
<p><strong>Helmut:</strong> Wie wird die Koordinationsstelle finanziert?</p>
<p><strong>Susanne Gabrle und Ingrid Hofer:</strong> Die Koordinationsstelle wird von AMS, BSB und FSW zu gleichen Teilen gefördert. Träger des Projektes ist das WUK, Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser.</p>
<p><strong>Helmut:</strong> Wie viele Jugendliche gibt es in Wien, die als behindert und benachteiligt eingestuft werden?</p>
<p><strong>Susanne Gabrle und Ingrid Hofer:</strong> Diese Frage ist schwer zu beantworten, weil Behinderung und Benachteiligung nicht eindeutig definiert werden.</p>
<p>Daher einige Versuche einer Annäherung an die Zahl der Menschen mit Behinderung bzw. Benachteiligung:</p>
<ul>
<li>Es gibt in Wien ca. 197.000 Menschen unter 25 Jahren. Statistiker gehen davon aus, dass etwa 10% der Gesamtbevölkerung eine Behinderung in irgendeiner Form haben.</li>
<li>2007 waren im Durchschnitt etwa 850 Jugendliche unter 25 Jahren mit Behinderung/Benachteiligung beim AMS vorgemerkt.</li>
<li>In Beschäftigungstherapie – Tagesstruktur für Menschen mit Behinderung (Werkstätten für Menschen mit Behinderung) – wurden 2007 3.916 Wiener/-innen betreut, davon waren 1.046 Jugendliche unter 25 Jahren.</li>
</ul>
<p><strong>Helmut:</strong> Wie hoch ist die Quote der erfolgreich ins Berufsleben integrierten Betroffenen?</p>
<p><strong>Susanne Gabrle und Ingrid Hofer:</strong> Konkrete Aussagen über Erfolgsquoten sind schwierig, weil die Definition der Zielgruppe (Was ist eine Behinderung? &#8230;) und die Erfolgskriterien (z.B. ab welchem Stundenausmaß oder ab welcher Vertragsdauer ein Dienstverhältnis als erfolgreiche Vermittlung zählt, etc.) sehr unterschiedlich sind.</p>
<p>Offizielle &#8220;zitierfähige&#8221; Zahlen und auch Informationen finden Sie unter:</p>
<p><strong>Arbeit und Behinderung:</strong> <a href="http://www.arbeitundbehinderung.at/arbeitundbehinderung.at" target="_blank">http://www.arbeitundbehinderung.at/arbeitundbehinderung.at</a><br />
<strong>Arbeitsmarktlage-Bericht BMWA, siehe Seite 5:</strong> ArbeitsmarktlageJahr2007.pdf<br />
<strong>Begünstigte Behinderte:</strong> landesstelle_wien.pdf</p>
<p><strong>Helmut:</strong> Warum ist die Tätigkeit der Koordinationsstelle zeitlich begrenzt, wie geht es danach weiter?</p>
<p><strong>Susanne Gabrle und Ingrid Hofer:</strong> Die Projektlaufzeit erstreckt sich von Juli 2007 bis Dezember 2008. Im Bereich der beruflichen Integration werden Projekte üblicherweise befristet. Es gibt eine Evaluierung und es muss im Herbst 2008 ein neuer Projektantrag gestellt werden. Dann wird von den Fördergebern AMS, BSB und FSW entschieden, ob das Projekt verlängert wird oder nicht.</p>
<p>Herzlichen Dank für dieses aufschlussreiche Interview!</p>
<p><strong>Nachtrag vom 10. März 2009:</strong> Die Koordinationsstelle AMS BSB FSW wurde bis 31.12.2009 verlängert.</p>
<p><strong>Mehr Informationen erhalten sie unter der Internetadresse:</strong> <a href="http://www.koordinationsstelle.at">http://www.koordinationsstelle.at</a></p>
<p><strong>Gesprächspartner:</strong> Helmut Ritter</p>
<p><strong>Infos zum Interview:</strong> Wurde per E-Mail durchgeführt.</p>
<p>Das Interview erscheint am 08. Juli 2008</p>
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		<title>Projekt Gink-Go! vernetzt sich!</title>
		<link>http://www.projekt-gink-go.at/2007/06/projekt-gink-go-vernetzt-sich/</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Jun 2007 00:37:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Projekt Gink-Go!</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dies und Das]]></category>
		<category><![CDATA[Bauen]]></category>
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		<description><![CDATA[Durch Zufall wurden wir von einem Internetportal namens &#8220;Help for Handicap&#8221;, Ansprechpartner Herr Daniel Buchholz, kontaktiert und angefragt, ob wir uns nicht vernetzen sollten. Wir fanden die Idee nicht schlecht. Da wir aber nur Organisationen vernetzen, die wir auch kennen, schickten sie uns einen kleinen Pressetext, den wir nun hier veröffentlichen. HfH ist die optimale [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Durch Zufall wurden wir von einem Internetportal namens &#8220;Help for Handicap&#8221;, Ansprechpartner Herr Daniel Buchholz, kontaktiert und angefragt, ob wir uns nicht vernetzen sollten. Wir fanden die Idee nicht schlecht. Da wir aber nur Organisationen vernetzen, die wir auch kennen, schickten sie uns einen kleinen Pressetext, den wir nun hier veröffentlichen.</p>
<p>HfH ist die optimale Ergänzung zu Projekt Gink-Go!. Daher bedanken wir uns für die Chance, noch mehr Menschen zu erreichen und dass auch deren Angebot in den österreichischen Gefilden Anklang findet.</p>
<p>Auf gute Zusammenarbeit!</p>
<p><span id="more-139"></span><br />
<strong>Pressetext, gesandt von Nina Brecht, Chefredakteurin und Pressesprecherin von HfH:</strong></p>
<h3>Help for Handicap – das Internetportal rund um Behinderungen</h3>
<p>Auf dieser Plattform werden alle wichtigen Themen rund um Behinderungen angesprochen. Hier findet sich unter zahlreichen Informationen zum Thema Sport oder Bauen und Wohnen auch ein News-Center wieder, indem alle neuesten Erkenntnisse im Bereich Forschung oder Technik lesbar sind.</p>
<p>Um die interne Kommunikation zwischen den Nutzern zu fördern, wurden ein Videochat-System und ein Forum eingerichtet. Die Nutzer können sich nach kostenloser Registrierung innerhalb dieses Kommunikationsnetzes unterhalten und austauschen.</p>
<p>Um den Nutzern die Suche nach verschiedenen Dienstleistungen zu ermöglichen, wurde innerhalb des Internetportals ein Business-Index aufgebaut. Dieser Index beinhaltet verschiedene Firmen, die diverse Dienstleistungen anbieten. Der Nutzer kann innerhalb dieses Index beispielsweise einen Autohändler aufsuchen, der sich in seiner Nähe befindet. Um ebenso die Suche nach Gebrauchsgegenständen zu ermöglichen, wurde ein Marktplatz auf diesem Portal eröffnet. Der Nutzer kann hier wiederum verschiedene Gegenstände tauschen, verkaufen oder kaufen.</p>
<p>Alle Aktionen innerhalb des Portals help-for-handicap.de sind für die Nutzer kostenlos.</p>
<p>Verfasst von Nina Brecht am 01. Juni 2007.</p>
<p><strong>Information zum Internetportal:</strong><br />
<strong>Webseite:</strong> help-for-handicap.de<br />
<strong>E-Mail:</strong> info@help-for-handi-cape.de</p>
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		<title>Interview: FGTB</title>
		<link>http://www.projekt-gink-go.at/2007/04/fgtb/</link>
		<comments>http://www.projekt-gink-go.at/2007/04/fgtb/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Apr 2007 14:26:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Projekt Gink-Go!</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule und Beruf]]></category>
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		<category><![CDATA[Sehbehindert]]></category>
		<category><![CDATA[Telekommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Fachgruppe für Telekommunikation und Büroberufe des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes Helmut Ritter Stillstand bedeutet Rückschritt. Seit 1996 setzt sich die &#8220;Fachgruppe für Telekommunikation und Büroberufe&#8221; für verbesserte Arbeitsbedingungen für blinde und sehbehinderte Menschen ein. In enger Zusammenarbeit mit Hilfsmittelfirmen kümmert sie sich um die technischen Belange ihrer Klienten und bietet in Kooperation mit dem &#8220;Berufsbildungs- [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Fachgruppe für Telekommunikation und Büroberufe des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes</h2>
<p><strong>Helmut Ritter</strong></p>
<blockquote><p>Stillstand bedeutet Rückschritt.</p></blockquote>
<p>Seit 1996 setzt sich die &#8220;Fachgruppe für Telekommunikation und Büroberufe&#8221; für verbesserte Arbeitsbedingungen für blinde und sehbehinderte Menschen ein. In enger Zusammenarbeit mit Hilfsmittelfirmen kümmert sie sich um die technischen Belange ihrer Klienten und bietet in Kooperation mit dem &#8220;Berufsbildungs- und Forschungszentrum für Blinde und Sehbehinderte&#8221; Fortbildungsseminare an. Helmut Ritter, einer der Mitbegründer der FGTB, berichtet über die aktuelle Arbeitssituation, aber auch von seinen eigenen Erfahrungen als blinder Arbeitnehmer. Was brauchen blinde Menschen, um überhaupt in einem Unternehmen zu arbeiten? Wo sind ihre Stärken und Schwächen? Wie funktioniert die Kommunikation zwischen Unternehmen und dem Klienten? All diese Fragen hat uns Helmut Ritter beantwortet, und wir freuen uns, Ihnen dieses Interview zu präsentieren.</p>
<p>Alexandra Steiner sprach für Projekt Gink-Go! mit Helmut Ritter</p>
<p><span id="more-78"></span><br />
<strong>Alexandra:</strong> Wie kam es zur Gründung der FGTB?</p>
<p><strong>Helmut Ritter:</strong> Als um die Mitte der 1990er-Jahre herum immer mehr PC-gesteuerte Telefonanlagen in Betrieben und Behörden Einzug hielten, wurden mehr schlechte als rechte und zudem überteuerte Blindenhilfsmittel mitgeliefert. Diese unerfreuliche Entwicklung veranlasste den sehbehinderten Telefonisten Kurt Feuerstein aus Innsbruck zur Umsetzung eines lange gehegten Wunsches nach einer österreichweit tätigen Selbsthilfegruppe für blinde und sehbehinderte Telefonistinnen und Telefonisten: Am 9.11.1996 gründete er zusammen mit einigen engagierten Leuten die &#8220;Fachgruppe Telefonie des Österreichischen Blindenverbandes&#8221; und ist nach wie vor Fachgruppenleiter.</p>
<p>Im September 2002 holten wir Blinde und Sehbehinderte, die in anderen Büroberufen tätig sind, mit ins Boot, was eine Namensänderung auf &#8220;Fachgruppe für Telekommunikation und Büroberufe&#8221; erforderlich machte, damit sich die betreffenden Menschen auch angesprochen fühlen. Zu diesem Schritt entschlossen wir uns aufgrund des Trends weg vom klassischen Telefonisten, hin zum Callcenter-Mitarbeiter, der nicht mehr weiterverbindet, sondern selbst qualifizierte Auskünfte zu erteilen hat. Auch dort kommt oft Software zum Einsatz, die erst nach einer sehbehinderten- bzw. blindengerechten Adaptierung nutzbar ist.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Was sind die Aufgaben der FGTB?</p>
<p><strong>Helmut Ritter:</strong> Unsere wichtigsten Aufgaben sind:</p>
<ul>
<li>Hilfe und Beratung bei der blinden- und sehbehindertengerechten Ausstattung des Arbeitsplatzes<br />
erfolgreiche Suche nach neuen beruflichen Einsatzmöglichkeiten und Herausforderungen für Blinde und Sehbehinderte</li>
<li>Hilfestellung bei der Suche und Vermittlung von explizit geeigneten Arbeitsplätzen</li>
<li>Vermittlung von Praktikantenstellen für auszubildende oder arbeitslose Kolleginnen und Kollegen</li>
<li>Mitgliederinformation durch unser Hörmagazin &#8220;FGTB-Info&#8221; mit Erfahrungsberichten und Beiträgen über Neuerungen im Bereich der Telekommunikation sowie bei Bildschirmauslese- und Vergrößerungsprogrammen usw.</li>
<li>Fortbildungsangebote im Rahmen der Fachgruppenkongresse, die alle zwei Jahre stattfinden, und durch Seminare. Dabei geht es im Wesentlichen um Stressbewältigung, Ergonomie am Arbeitsplatz, Vermeidung von Berufskrankheiten etc. und seit neuestem auch um Persönlichkeitsbildung.</li>
</ul>
<p>Wir nehmen jedoch keine gewerkschaftlichen Aufgaben wahr, sondern stehen Arbeitnehmern wie Arbeitgebern gleichermaßen mit Rat und Tat zur Seite.</p>
<p>Alle Leistungen werden von ehrenamtlich tätigen Kolleginnen und Kollegen unentgeltlich erbracht.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Wer ist Ihre Zielgruppe?</p>
<p><strong>Helmut Ritter:</strong> Wir setzen uns für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen ein, die einen Büroberuf anstreben oder ausüben bzw. einen erlernt, aber noch keine Arbeit gefunden haben. Als Mitglieder sind auch jene herzlich willkommen, die ihr Berufsleben bereits hinter sich haben und uns mit ihren Erfahrungen und Fähigkeiten unterstützen. Außerdem freuen wir uns über jedes neue unterstützende oder fördernde Mitglied.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Wie wird die FGTB finanziert?</p>
<p>Helmut Ritter: Die jährlichen Mitgliedsbeiträge und Zuwendungen des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes sind unsere wichtigsten finanziellen Standbeine. Erfreulicherweise finden wir aber auch immer wieder Fachleute, die unentgeltlich Seminare für uns abhalten.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Wie sehen Sie die derzeitige Arbeitssituation für sehbehinderte und blinde Menschen?</p>
<p>Helmut Ritter: Die Arbeitsmarktsituation wird zwar immer schwieriger, dennoch finden blinde und sehbehinderte Personen nach wie vor über kurz oder lang einen Arbeitsplatz und können so ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Leider sind die Dienstverhältnisse in Callcentern von Privatunternehmen, vor allem im Verkaufsbereich, häufig so, dass sich der Arbeitnehmer selbst sozialversichern muss. Die Entlohnung erfolgt zumeist entsprechend dem erzielten Umsatz, was auf den ersten Blick verlockend klingt, aber in der Praxis oft nur ein sehr geringes Einkommen trotz langer Arbeitszeit und hoher Qualifikation bringt.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Wo sehen Sie Handlungsbedarf, um die Arbeitssituation zu verbessern?</p>
<p><strong>Helmut Ritter:</strong> Die meisten sehbehinderten und blinden Berufstätigen arbeiten erfolgreich im öffentlichen Dienst, vor allem im Finanzbereich; bei einem Großteil der privatwirtschaftlich geführten Unternehmen hingegen stoßen sie leider noch immer auf Skepsis. Viele Arbeitgeber wissen auch gar nicht, dass die erforderlichen Hilfsmittel aus dem Ausgleichstaxfonds finanziert werden, aus einem Topf, den Betriebe füttern, die nicht bereit oder nicht in der Lage sind, pro 25 Mitarbeiter einen Menschen mit Behinderung einzustellen. Es ist also noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Arbeitswelt und wie kamen Sie zu diesem Projekt?</p>
<p><strong>Helmut Ritter:</strong> Meine Erfahrungen sind überwiegend positiv; bei Vorgesetzten und Informatik-Mitarbeitern konnte ich mir so weit Gehör verschaffen, dass für die Telefonvermittlung relevante Software von mir auf zufriedenstellende Bedienbarkeit für Blinde zu testen ist, bevor sie gekauft wird. So haben die Mitarbeiter weniger Ärger und die Firma spart Geld.</p>
<p>Der FGTB bin ich kurz nach ihrer Gründung beigetreten und habe gleich ein Dutzend Mitglieder aus Vorarlberg mitgebracht, die ich von der Notwendigkeit dieser Selbsthilfegruppe überzeugen konnte.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Welche Aufgaben haben Sie in der FGTB?</p>
<p><strong>Helmut Ritter:</strong> Ich bin Landesfachgruppenleiter für Vorarlberg. Daneben bin ich Korrekturleser unserer Schriftstücke sowie der Inhalte der FGTB-Homepage, und ich achte darauf, dass die Richtlinien eingehalten werden.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Arbeitet die FGTB mit anderen Organisationen zusammen? Wie funktioniert die Zusammenarbeit genau?</p>
<p><strong>Helmut Ritter:</strong> Wir nutzen jede Gelegenheit der Zusammenarbeit; mit vereinten Kräften kann man mehr bewegen als wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht. Das Highlight der letzten Jahre war im Herbst 2005 eine zweitägige Gemeinschaftsveranstaltung zum Thema &#8220;Telefonarbeitsplätze im Wandel der Zeit&#8221;, die wir zusammen mit der &#8220;Fachgruppe Hilfsmittel&#8221; des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes und dem &#8220;Fachausschuss Bildung und Beruf&#8221; der Interessengemeinschaft Blickkontakt auf die Beine gestellt haben.</p>
<p>In jüngster Zeit ist das Berufsbildungs- und Forschungszentrum (BBFZ), ebenfalls eine Einrichtung des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, zu einem wichtigen Partner geworden, mit dessen Unterstützung wir interessante Seminare günstig anbieten können.</p>
<p>Wir pflegen auch enge Kontakte mit den Büroberufsausbildungsstätten am Bundes-Blindenerziehungsinstitut in Wien, hauptsächlich mit dem Telekommunikationslehrgang. Im vergangenen Jahr haben wir in einer Mitgliederumfrage erhoben, welche beruflichen Anforderungen an sie gestellt werden, und diese in einem Folder zusammengefasst. Damit kann der Unterricht zeitgemäß gestaltet werden.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Was sind die weiteren Pläne der FGTB?</p>
<p><strong>Helmut Ritter:</strong> Wir wollen die Fortbildungsangebote erweitern, denn Stillstand bedeutet bekanntlich Rückschritt. Außerdem sind wir nach wie vor bestrebt, in allen 7 Landesgruppen des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes eine Landesfachgruppenleiterin bzw. einen Landesfachgruppenleiter einzusetzen, was uns bisher leider noch nie gelungen ist.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Eine Frage noch zum Schluss, die mich besonders interessiert: Warum sind gerade blinde Menschen besonders gut für den Telefonistenberuf geeignet?</p>
<p><strong>Helmut Ritter:</strong> Durch das Fehlen optischer Reize können sie sich besser auf das Gehörte konzentrieren, und die meisten entwickeln ein ausgeprägtes Zahlengedächtnis.</p>
<p>Ich möchte mich für das sehr interessante Interview bedanken und wir wünschen Ihnen für Ihre Pläne viel Erfolg!</p>
<p><strong>Nähere Informationen über die FGTB finden Sie unter:</strong> <a title="Zur FGTB-Seite" href="http://www.fgtb.at" target="_blank">http://www.fgtb.at</a></p>
<p><strong>Infos zum Interview:</strong> Das Interview wurde per E-Mail durchgeführt.</p>
<p><strong>Gesprächspartnerin:</strong> Alexandra Steiner</p>
<p><strong>Foto und Logo:</strong> Wurden für Projekt Gink-Go! von der FGTB zur Verfügung gestellt.</p>
<p>Das Interview erscheint am <strong>24. April 2007</strong></p>
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		<title>Bericht: Hofnarren &#8211; Teil 3</title>
		<link>http://www.projekt-gink-go.at/2007/01/hofnarren-teil-03/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Jan 2007 00:31:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Projekt Gink-Go!</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dies und Das]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hofnarren]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[Narren]]></category>
		<category><![CDATA[Narrenschiff]]></category>

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		<description><![CDATA[Possenreißer zwischen Genie und Wahnsinn – Teil 3 Narrenschicksale Die höfischen Alleinunterhalter waren stets von der Gunst ihrer Herren abhängig. Entweder man hatte einen Narren an ihm gefressen, oder er war der arme Hanswurst, auf dessen Kosten man sich nur lustig machte. Zwei Narrenschicksale, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, geben Einblicke in die Welt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Possenreißer zwischen Genie und Wahnsinn – Teil 3</h2>
<h3>Narrenschicksale</h3>
<p>Die höfischen Alleinunterhalter waren stets von der Gunst ihrer Herren abhängig. Entweder man hatte einen Narren an ihm gefressen, oder er war der arme Hanswurst, auf dessen Kosten man sich nur lustig machte. Zwei Narrenschicksale, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, geben Einblicke in die Welt der herrschaftlichen Hofgesellschaften:</p>
<p><span id="more-137"></span><br />
<div id="attachment_127" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="/wp-content/uploads/2009/12/hofnarren_06.gif"><img src="/wp-content/uploads/2009/12/hofnarren_06-150x150.gif" alt="Holzschnitt – zeigt 3 Narren, die mit einer Armbrust auf eine Zielscheibe schießen." title="Holzschnitt – zeigt 3 Narren, die mit einer Armbrust auf eine Zielscheibe schießen." width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-127" /></a><p class="wp-caption-text">Holzschnitt – zeigt 3 Narren, die mit einer Armbrust auf eine Zielscheibe schießen.</p></div> Zu einer Berühmtheit am Hof von August dem Starken avancierte der aus dem Salzkammergut stammende Hofnarr Joseph Fröhlich. Sein Einstieg in die höfische Welt gelang ihm über seine nicht zu durchschauenden Taschenspielertricks. Als Müller machte er während seiner Wanderjahre Bekanntschaft mit Gauklern, und mit viel Training und Fingerfertigkeit eignete er sich die Tricks an. Um 1724 fand er seine erste Anstellung als Hof-Taschenspieler beim Markgrafen von Bayreuth. Drei Jahre später wechselte er an den Hof zu Dresden. Er fand eine Anstellung als Königlich-Kurfürstlicher Hoftaschenspieler und war bei allen großen Festen und Reisen des Sachsenkönigs vertreten. Obwohl Fröhlich in der Standesliste der Kammerbediensteten ziemlich weit hinten aufgeführt wurde, konnte er sich über ein monatliches Einkommen von 30 Talern freuen. Belegt ist, dass er 1835 in seiner Heimat eine Mühle für 3200 Gulden kaufte. Zusammen mit dem &#8220;Baron Schmiedel&#8221;, seines Zeichens &#8220;Reise-Post und Jagd Courir&#8221;, bildete er ein berühmtes Gespann, das für die Unterhaltung bei Hofe verantwortlich zeichnete. Joseph Fröhlich wurde sogar die Ehre zuteil, vom berühmten J. J. Kaendler mehrmals in Porzellanplastiken dargestellt zu werden. Im Jahre 1744 wurde der Hofnarr zum &#8220;Königlichen Mühlen-Commissarius&#8221; berufen, und 1754 verlieh man ihm und seinem Sohn die Königliche Hofmühle Marienmont bei Warschau auf Lebzeiten. Er selbst blieb aber in seinem Häuschen am Neustädter Elbufer in Dresden, dessen Bauplatz ihm sein Herr geschenkt hatte. Joseph Fröhlich starb 1757 in seiner Mühle bei Warschau. Sein umfangreiches Inventar ließ erkennen, dass er sehr vermögend war. Seine Arbeit mit dem herrschaftlichen Publikum, sein Humor und seine Taschenspielertricks hatten sich ausgezahlt.</p>
<p>Ein ganz anderes Schicksal widerfuhr Jakob Paul Freiherr von Gundling, eine der schillerndsten Personen der preußischen Geschichte, am Hof des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I. (1688–1740), wo man ein böses Spiel mit ihm trieb. Nach umfangreichem Studium wurde er 1705 als Professor für Geschichte und Politik an die Ritterakademie bestellt. König Friedrich Wilhelm I. ernannte den vielseitig gebildeten Gundling später zum Hofrat und Zeitungsreferenten und Kurzweiligen Tischrat. 1718 löste er Leibnitz als Präsidenten der Akademie der Wissenschaften ab, eine gesicherte Zukunft war vorgezeichnet. Doch seine unstillbare Alkoholsucht, gepaart mit einer etwas linkischen Haltung und der beispiellosen Weltfremdheit machte ihn zur tragischen Hofnarrenfigur.</p>
<p><div id="attachment_121" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="/wp-content/uploads/2009/12/hofnarren_07.gif"><img src="/wp-content/uploads/2009/12/hofnarren_07-150x150.gif" alt="Holzschnitt eines Narren, wie er gerade den König unterhält. Hierbei handelt es sich um Till Eulenspiegel, den berühmtesten Narren im deutschsprachigen Raum." title="Holzschnitt eines Narren, wie er gerade den König unterhält. Hierbei handelt es sich um Till Eulenspiegel, den berühmtesten Narren im deutschsprachigen Raum." width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-121" /></a><p class="wp-caption-text">Holzschnitt eines Narren, wie er gerade den König unterhält. Hierbei handelt es sich um Till Eulenspiegel, den berühmtesten Narren im deutschsprachigen Raum.</p></div> Theodor Fontanes Meinung nach vereinigte er &#8220;Witz und Wüstheit, Wein- und Wissensdurst, niedere Gesinnung und stubende Gelehrsamkeit&#8221; miteinander. In seinen Schaffensphasen verfasste er weitere wissenschaftliche Schriften, die ihm sogar Dankesgeschenke des russischen Zarenhofes und des deutschen Kaisers einbrachten. Selbst für Friedrich Wilhelm I. war er unentbehrlich. Gundling war Wirtschafts- und Justizexperte von Rang, Kartograph, Literat, Historiker mit Weitblick und Berater des Königs mit Einfluss. Sein Doppelleben als Gelehrter und Hofnarr, als Träger von Doktorhut und Narrenkappe wurde aber auch für den Monarchen immer unerträglicher. Man kann davon ausgehen, dass er das versoffene Genie in den letzten Jahren nur noch als &#8220;nützlichen Idioten&#8221; betrachtete. Wie sollte man sonst verstehen, dass ihn der König selbst zum Schlüsselträger des Schlossweinkellers ernannte. Er war längst gestempelt, musste als Ober-Zeremonienmeister eine sonderbare Kleidung tragen und wurde immer mehr zum Gespött der preußischen Hofgesellschaft. Man war erst zufrieden, wenn er den &#8220;Dünsten des Weins&#8221; erlegen war und zu diskutieren anfing oder allerlei Irres von sich gab. Besonders hatte er unter dem Tabakkollegium zu leiden, jenem Treff raubeiniger Militärs aus der engsten Umgebung des Königs. Seine versteckte Kritik an ihren Adelsprivilegien wurde ihm auf Heller und Pfennig von hemdsärmligen Adligen heimgezahlt. Sie verachteten den bürgerlichen Aufsteiger und trieben mit ihm ihre derben und rohen Späße. Sogar eine Scheinerschießung durch das Tabakkollegium musste er über sich ergehen lassen. Gundling unternahm einige vergebliche Fluchten, versuchte andererseits auch immer wieder, sich mit der Macht zu arrangieren, und ließ nichts unversucht, sein Renommee wiederherzustellen, doch seinen Bemühungen war kein Erfolg beschieden. Längst hatte man die Intelligenz zum Narren gemacht, dass der Pöbel nicht auf Ideen kommt. wie es Heiner Müller in seinem Stück &#8220;Leben Gundlings Friedrich von Preussen Lessings Schlaf Traum Schrei&#8221; viel sagend auf den Punkt brachte. Bereits 10 Jahre vor seinem Tod ließ man ihm einen Sarg in Form eines Weinfasses anfertigen. Als er 1731 starb, erreichte die Menschenverachtung ihren Höhepunkt: Jakob Paul Freiherr von Gundling wird in dem &#8220;Fass-Sarg&#8221;, der mit unzähligen Spottversen versehen ist, beigesetzt:</p>
<blockquote><p>Hier liegt in seiner Haut<br />
Halb Schwein, halb Mensch, ein Wunderding.<br />
In seiner Jugend klug, in seinem Alter toll<br />
Des Morgens voller Witz, des Abends toll und voll.<br />
Bereits ruft Bacchus laut: Das theure Kind ist Gundeling</p></blockquote>
<p>Diese Verse wurden mit der Einwilligung des Soldatenkönigs auf das Fass geschrieben. Als sich der lutherische Pfarrer weigert, eine derartige Trauerfeier abzuhalten, wird die Leichenrede kurzerhand von einem Mitglied des Tabakkollegiums gehalten. Einer zeitgenössischen Chronik ist zu entnehmen, dass &#8220;sein Leichenbegängnis äußerst lustig und seinem geführten Lebenswandel völlig angemessen war&#8221;.</p>
<h3>Ende des Narrentums</h3>
<p>Das Lachen der höfischen Gesellschaften über die Narrenspäße wurde weniger, und andere Formen der Unterhaltung rückten in den Mittelpunkt des Interesses. Verantwortlich dafür war die Epoche des Rokoko. Zartheit und Intimität bestimmten nicht nur die Architektur, sondern auch in zunehmendem Maße die zwischenmenschlichen Beziehungen. Keine derben Späße, keine einfältige oder wohldurchdachte Possenreißerei auf Kosten anderer, sondern Etikette und vornehme Noblesse waren gefragt.</p>
<p>Natürlich kam auch das Vergnügen nicht zu kurz: Neue &#8220;Spaßmacher&#8221; hielten die Obrigkeit bei Laune. Die deutschen Herrscher des zu Ende gehenden 17. Jahrhunderts hatten gut lachen – das Mätressenwesen im Reich setzte sich durch. Sogar die juristischen Fakultäten wurden bemüht, um es vor Kirche und Volk zu legitimieren. Fortan gehörte es zum guten Ton, eine oder sogar mehrere Zweitfrauen zu haben. Herrscher mit einer besonders engen Beziehung zu ihren Angetrauten hielten sich wenigstens eine &#8220;maitresse en titre&#8221;, um dem höfischen Anspruch gerecht zu werden. Aber diese Liebes- und Seelenmassage hatte ihren Preis: Mätresse zu sein, kam einem öffentlichen Amt gleich, hieß öffentliche Gleichberechtigung neben der Gattin und bedeutete, wichtiger Machtfaktor bei Hofe zu sein. Solche &#8220;Ämter&#8221; waren sehr diffizil und brachten bestimmt nicht die Lächerlichkeit und den Spott eines Hofnarren.</p>
<p>Im Kampf zwischen Damenherrschaft kontra Narrenfreiheit schlugen sich Könige und Fürsten auf die Seite des schönen Geschlechts. Als erster deutscher Herrscher verabschiedete sich der Preußenkönig Friedrich II. von seinem letzten Hofnarren. Er verfasste ein sehr ironisches Arbeitszeugnis für Karl Ludwig von Pöllnitz, seines Zeichens Kurzweiliger Tischrat am preußischen Hofe. Die Übergabe des Abschiedsbriefes erfolgte, nicht ohne Hintergedanken, am 1. April 1744. Das 18. Jahrhundert war aber auch die Epoche der europäischen Aufklärung. Getragen von so wichtigen Begriffen wie Vernunft, Humanität und Toleranz, entwickelte sich in Deutschland eine geistig-literarische Bewegung, die den Menschen zum selbständigen Denken und zu vernünftigen Einsichten erziehen sollte. Für Hofnarren war in dem einsetzenden Entwicklungsprozess kein Platz mehr. Die Geschichtsquellen geben Auskunft über viele Narrenschicksale in dieser Zeit des neuen Aufbruchs. Manche hatten sich in ihrer Hofzeit eine materielle Sicherheit geschaffen, andere wechselten in die Hoftheater, und manchen blieb sogar eine Zirkusmanege nicht erspart. Hier fanden Fürsten und Hofnarren wieder zueinander, als Weißclown und Dummer August.</p>
<p><strong>Verfasst von Manfred Kühr</strong></p>
<p><strong>Quellen:</strong> Herausgegeben in der &#8220;Karfunkel – erlebbare Geschichte&#8221;, Ausgabe 49</p>
<p>Bilder und Texte: Die Bilder und Texte wurden uns mit der freundlichen Genehmigung der Karfunkel-Redaktion und des Autors, Manfred Kühr, zur Verfügung gestellt.</p>
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		<title>Bericht: Hofnarren &#8211; Teil 2</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Dec 2006 00:24:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Projekt Gink-Go!</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Possenreißer zwischen Genie und Wahnsinn Von Schalknarren und &#8220;lustigen Hofräten&#8221; Der Hofnarr entwickelte sich seit dem beginnenden 16. Jahrhundert zunehmend zum Unterhaltungskünstler. Der Schwachsinn wurde durch den schlitzohrigen Witz ersetzt, und die Narren wurden somit dem wachsenden Anspruch nach geistreicher Unterhaltung gerecht. Gefragt waren der Schauspieler, der Musiker, der Akrobat und natürlich der Wortakrobat im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Possenreißer zwischen Genie und Wahnsinn</h2>
<h3>Von Schalknarren und &#8220;lustigen Hofräten&#8221;</h3>
<p>Der Hofnarr entwickelte sich seit dem beginnenden 16. Jahrhundert zunehmend zum Unterhaltungskünstler. Der Schwachsinn wurde durch den schlitzohrigen Witz ersetzt, und die Narren wurden somit dem wachsenden Anspruch nach geistreicher Unterhaltung gerecht. Gefragt waren der Schauspieler, der Musiker, der Akrobat und natürlich der Wortakrobat im Narren. Schlagfertigkeit, Ideenreichtum und Witz waren neben der Originalität die herausstehenden Eigenschaften eines &#8220;weisen Narren&#8221;.</p>
<p><span id="more-134"></span><br />
<div id="attachment_125" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="/wp-content/uploads/2009/12/hofnarren_04.gif"><img src="http://www.projekt-gink-go.at/wp-content/uploads/2009/12/hofnarren_04-150x150.gif" alt="Holzschnitt, auf dem ein Narr und 2 Passanten abgebildet sind: ein Kind und eine Frau. Der Narr hält ein Brettspiel in seiner Hand und bietet es dem Kind an." title="Holzschnitt, auf dem ein Narr und 2 Passanten abgebildet sind: ein Kind und eine Frau. Der Narr hält ein Brettspiel in seiner Hand und bietet es dem Kind an." width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-125" /></a><p class="wp-caption-text">Holzschnitt, auf dem ein Narr und 2 Passanten abgebildet sind: ein Kind und eine Frau. Der Narr hält ein Brettspiel in seiner Hand und bietet es dem Kind an.</p></div> Kunz von der Rosen, der berühmte Hofnarr von Kaiser Maximilian, erfüllte alle diese Anforderungen. Der Sohn eines Gastwirtes stammte aus Kaufbeuren, erlernte das Kriegshandwerk und trat später in habsburgische Dienste. Durch seinen Mut und seine Schlagfertigkeit geriet er auch in den Blickwinkel des späteren Kaisers. Berühmt war der Versuch, seinen Herren 1488 aus der Gefangenschaft in Brügge zu befreien. Sein Plan sah vor, dass er nach einem Kleidertausch anstelle seines Herren im Kerker bleiben wollte. Die vielen Anekdoten über den Hofnarren vermitteln dem Betrachter das Bild eines scharfsinnigen, schlauen und humorvollen Menschen.</p>
<p>Die Hofnarren mussten das Treiben bei Hofe sehr genau wahrnehmen, die Schwächen der Höflinge erkennen, Intrigen auf der Spur sein und sich sicherlich oft ihrer eigenen Haut wehren. Was man ihnen nicht verzieh, war die Sprachlosigkeit. Stets sollten sie das passende Wort am richtigen Ort finden, in Reimen, Versen und Wortspielen mit ihnen jonglieren und dabei noch das Gelächter der Herrscher nebst Hofgesellschaft auf ihrer Seite haben – wahrlich kein leichtes Hofamt, denn nichts war so langweilig wie der Witz von gestern. Das stete Verlangen nach neuen Formen der Unterhaltung trieb die Hofnarren zur Nutzung all ihrer Fähigkeiten. Glücklich schätzen konnte sich der, der ein Instrument spielen, Grimassen schneiden, Geräusche imitieren oder Höflinge täuschend echt nachahmen konnte. Der Preis, den sie dafür zu zahlen hatten, war, dass sie sich nie als vernünftige Menschen zu erkennen geben durften – gewiss eine Zwickmühle für manchen Narren, der klüger als sein Herr und die ganze Hofgesellschaft war. Nur die sprichwörtliche Narrenfreiheit garantierte ihm das Recht, die Wahrheit zu sagen und den Herrscher zu kritisieren. Zurückgeführt wird die Narrenfreiheit auf religiöse Überlieferungen, wonach aus den Wahnsinnigen Gott spreche. Auch die islamische Glaubenslehre sieht den Wahnsinn als eine göttliche Eingabe. Für ihre Taten und Äußerungen konnten die Betroffenen nicht verantwortlich gemacht werden. Da der Herrscher ebenfalls außerhalb aller Gesetze stand, verband ihn mit seinem Spaßmacher eine mystische Beziehung. Nur deshalb konnten die Hofnarren Dinge aussprechen, die für Mitglieder der Hofgesellschaft den Kerker oder den Galgen bedeutet hätten. Trotz einschnürender Etikette bei Hofe durfte er den Herrscher duzen, ihm ins Wort fallen und sogar sein Handeln kritisieren. An diesem Narrenstatus änderte sich auch nichts, als die natürlichen Narren zunehmend den Schalknarren Platz machen mussten. Dichter, wie zum Beispiel Shakespeare in &#8220;König Lear&#8221;, benutzten die Figur des weisen Narren oft, um die Wahrheit schonungslos auszusprechen.</p>
<p><div id="attachment_126" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="/wp-content/uploads/2009/12/hofnarren_05.gif"><img src="/wp-content/uploads/2009/12/hofnarren_05-150x150.gif" alt="Holzschnitt eines Narren, der auf der Straße musiziert. Narren waren Multitalente." title="Holzschnitt eines Narren, der auf der Straße musiziert. Narren waren Multitalente." width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-126" /></a><p class="wp-caption-text">Holzschnitt eines Narren, der auf der Straße musiziert. Narren waren Multitalente.</p></div> Das Privileg der Narrenfreiheit war an eine &#8220;Berufskleidung&#8221; gebunden, die den Narren als solchen auswies. Ältester Bestandteil der Kleidung ist die Marotte, eine Art Keule, die der natürliche Narr in den rohen Zeiten des Mittelalters zu seinem eigenen Schutz bei sich trug. In die Keulenverdickung wurde später das Antlitz des Narren geschnitzt. Sinnbildlich trägt der Narr sein eigenes Ebenbild mit sich herum, ist also nur auf sich selbst fixiert und somit unfähig zur Nächstenliebe. Eine gleiche Deutung lässt der Narrenspiegel zu, der seit dem 15. Jahrhundert oft anstelle der Marotte zu den Utensilien eines Spaßmachers zählte, aber er ist nicht nur als Symbol der Selbstliebe zu sehen. Gleichzeitig steht der Spiegel sinnbildlich für die Entlarvung, er wird quasi zur moralischen Gerichtsbarkeit. Auf dem Kopf trug der Narr häufig eine Kapuze mit Eselsohren und einem Hahnenkamm in der Mitte. Die Eselsohren stehen für die sprichwörtliche Dummheit des Esels, und der meist angedeutete Hahnenkamm ist laut Mezger als Bezug zur Geilheit bzw. Fleischeslust zu deuten. An den Ohren und an Teilen der Kleidung hingen Schellen und Glöckchen. Ihr schriller Klang wurde als Gleichnis für Chaos und Durcheinander angesehen. Das Gewand war unterschiedlich zusammengestellt. Die Quellen berichten von bunten Kleidungsstücken, aber auch von grauen Narrentrachten. Letzteres sollte wieder auf das Gleichnis zum Esel hindeuten. Hielt sich der Narr an die Gepflogenheiten bei Hof, dann konnte er ein recht sorgloses Leben führen. In einer Hofordnung des Dresdener Hofes aus dem 16. Jahrhundert kann man lesen, dass ihnen Obdach, Hofkleidung, Essen, Getränke, Kerzen und Kaminholz zustanden und dass sie mit 150 Goldgulden im Jahr bezahlt wurden. Spielte man dem Narren bösartige Streiche, so mussten die Beteiligten ihm ein Schmerzensgeld zahlen. War der Übeltäter fürstlicher Gast, so wurde das Schmerzensgeld aus der Hofkasse bezahlt. Sicherlich kann man davon ausgehen, dass von der Hofgesellschaft auch Trinkgelder für besonders gute Späße gegeben wurden.</p>
<p>Dass man als Hofnarr auch nebenberuflich tätig sein konnte, ist uns von Friedrich Taubmann bekannt, der am sächsischen Hof in Dresden als &#8220;kurzweiliger Rat&#8221; angestellt war. Nebenbei machte er sich einen Namen als Poet und Philologe. Neben der Narrenstelle bei Hofe war er als Professor an der Universität Wittenberg tätig. Der ehrgeizige Taubmann wurde 1608 sogar zum Rektor der Universität berufen – sicherlich nicht ohne Hilfe des Kurfürsten.</p>
<p>Fortsetzung folgt &#8230;</p>
<p><strong>Verfasst von Manfred Kühr</strong></p>
<p>Quellen: Herausgegeben in der &#8220;Karfunkel – erlebbare Geschichte&#8221;, Ausgabe 49</p>
<p><strong>Bilder und Texte:</strong> Die Bilder und Texte wurden uns mit der freundlichen Genehmigung der Karfunkel-Redaktion und des Autors, Manfred Kühr, zur Verfügung gestellt. </p>
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		<title>Bericht: Hofnarren &#8211; Teil 1</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Dec 2006 00:15:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Projekt Gink-Go!</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Possenreißer zwischen Genie und Wahnsinn Eine wahre Geschichte in drei Teilen Begleiten Sie uns in drei Teilen in die Vergangenheit, in eine Zeit, wo Narren am Hofe lebten, und wie sie einerseits die Hofgesellschaft unterhielten, aber auch, wie sehr sie unter ihrem Narrendasein litten. Auch bekommen wir einen kleinen Einblick in eine Welt, wo behinderte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Possenreißer zwischen Genie und Wahnsinn</h2>
<p>Eine wahre Geschichte in drei Teilen</p>
<p>Begleiten Sie uns in drei Teilen in die Vergangenheit, in eine Zeit, wo Narren am Hofe lebten, und wie sie einerseits die Hofgesellschaft unterhielten, aber auch, wie sehr sie unter ihrem Narrendasein litten. Auch bekommen wir einen kleinen Einblick in eine Welt, wo behinderte Menschen verflucht, aber auch göttlich waren. Vielleicht lernen wir unser Verhalten gegenüber andersartigen oder anders aussehenden Menschen besser verstehen und können in Zukunft offener und toleranter miteinander umgehen.</p>
<p><span id="more-128"></span><br />
<strong>Ein Bericht von Manfred Kühr</strong></p>
<p>Wie weit ging eigentlich die Narrenfreiheit an den mittelalterlichen Höfen? War das Narrendasein wirklich ein Drahtseilakt zwischen Thron und Galgen? Die Geschichtsannalen berichten tatsächlich nur von einem Narren, der in Ausübung seines &#8220;Amtes&#8221; am Galgen endete. Caillotte hieß der Unglückliche und war 1462 Hofnarr bei Ludwig XI. von Frankreich. Er lauschte heimlich einem Beichtgebet seines Königs und gab es beim abendlichen Beisammensein zum Besten. So erfuhr die Hofgesellschaft ganz nebenbei, dass der König zusammen mit einem dem Hof nahe stehenden Abt seinen Bruder vergiftet hatte. Als Rache für die Ermordung seines ehemaligen Herren hatte der Narr das eigene Leben geopfert. Ein Einzelfall, die meisten Hofnarren wussten sehr gut, wie weit sie gehen konnten.</p>
<h3>Zum Narren gemacht</h3>
<p><div id="attachment_123" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="/wp-content/uploads/2009/12/hofnarren_02.gif"><img src="/wp-content/uploads/2009/12/hofnarren_02-150x150.gif" alt="Holzschnitt eines Narren, der seine Zunge zeigt" title="Holzschnitt eines Narren, der seine Zunge zeigt" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-123" /></a><p class="wp-caption-text">Holzschnitt eines Narren, der seine Zunge zeigt</p></div> Ihren Ursprung hat die Geschichte der Narren in der Voreingenommenheit der Gesellschaft gegenüber Andersartigen. Im antiken Griechenland herrschten Idealvorstellungen, die dem Missgebildeten kein Lebensrecht zugestanden: Neugeborene wurden ausgesetzt, was in den meisten Fällen den sicheren Tod bedeutete. Trat eine Behinderung erst zu einem späteren Zeitpunkt ein, dann konnte es den Bedauernswerten passieren, dass sie als Opfer bei Ritualhandlungen herhalten mussten; Prügel oder gar Steinigung der Unglücklichen sollte die Götter gnädig stimmen. Im Alten Rom wurden Zwerge, Verwachsene, Blinde und andere Missgebildete zur Schau gestellt. Reiche Römer hielten sie sich wie Haustiere. Sie wurden verschenkt oder mussten im Zirkus gegen wilde Tiere kämpfen. Findige Geschäftsleute eröffneten aufgrund der starken Nachfrage einen regelrechten Handel mit Behinderten aus dem Riesenreich. Antike Quellen belegen auch Grausamkeiten durch Eltern, die ihre Kinder künstlich verstümmelten, um ihnen als Bettler bessere Chancen einzuräumen. Menschen mit geistigen Defekten und körperlichen Anomalien waren von Anfang an in die christliche Glaubenslehre eingebunden, hatten aber wegen ihrer Leiden angeblich keine Einsicht in Gott, ein folgenschwerer Vorwurf, war das Mittelalter doch ein stark kirchlich geprägtes Zeitalter – zu keiner anderen Zeit hatte die Kirche einen so großen Einfluss auf die Gesellschaft, und auch Wirtschaft, Politik, Kultur und das Recht wurden von ihr maßgeblich bestimmt.</p>
<p>Nach der Christianisierung des Karolingerreiches, großer Teile der Slawenstämme und Skandinaviens hatte sich das Christentum in ganz Europa durchgesetzt. Die Achtung und Verfolgung von Behinderten wurde aber zunehmend von der Kirche geduldet. Man kann vermuten, dass seit dem 11. Jahrhundert eine deutliche Ab- und Ausgrenzung der &#8220;natürlichen Narren&#8221; erfolgte. Geisteskranke und geistig zurückgebliebene Menschen und eben auch körperlich Verkrüppelte wurden dieser Gruppe zugeordnet. Sie gehörten zu den Außenseitern der Gesellschaft und wurden auch so behandelt. Quellen berichten von genehmigten Tötungen missgebildeter Kinder, die Unterbringung von Narren in Gefängnissen und Narrenhäusern war an der Tagesordnung. Es gehört sicherlich nicht viel Phantasie dazu, sich die Lebensverhältnisse in solchen Unterkünften vorzustellen; die historischen Quellen schweigen dazu. Kostengünstiger war allerdings die Vertreibung der Narren aus den Städten und Herrschaftsterritorien. Besonders die &#8220;Narrenschiffe&#8221; auf den großen Wasserstraßen wurden häufig zur Verbannung unliebsamer Bewohner genutzt. Gegen ein kleines Entgelt wurden die Schiffer angewiesen, die Aussetzung möglichst weit weg vom heimatlichen Hafen vorzunehmen.</p>
<p>Ausgestattet mit der sprichwörtlichen &#8220;Narrenfreiheit&#8221;, suchten die Missgebildeten häufig als Bettler oder Musikanten die Nähe zum fahrenden Volk. Besondere Höhepunkte und unverzichtbare Einnahmequellen waren die Zurschaustellungen der körperlichen Anomalien und Monstrositäten der Behinderten. Der Exhibitionismus der zu Narren &#8220;gemachten&#8221; Menschen wurde nicht nur von den unteren Volksschichten begierig aufgenommen, schließlich strebten zu allen Zeiten die Menschen nach Unterhaltung, Kurzweil und Erheiterung. Belustigung auf Kosten von Außenseitern der Gesellschaft war und ist in allen gesellschaftlichen Kreisen zu allen Zeiten eine ganz normale Erscheinung. Das Auftreten von Liliputanern als Clowns in den Zirkusmanegen hat sich bis in unsere Tage erhalten. Der Ursprung liegt aber in der mittelalterlichen Ausgrenzung kleinwüchsiger Menschen und ihrer Zuordnung zum fahrenden Volk.</p>
<h3>Narren machen Karriere am Hof</h3>
<p><div id="attachment_124" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="/wp-content/uploads/2009/12/hofnarren_03.gif"><img src="/wp-content/uploads/2009/12/hofnarren_03-150x150.gif" alt="Hofnarr, allein mit sich und der Welt. Ein unbekannter Künstler malte das Bild. Es hängt im Schloss Osteka in Polen." title="Hofnarr, allein mit sich und der Welt. Ein unbekannter Künstler malte das Bild. Es hängt im Schloss Osteka in Polen." width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-124" /></a><p class="wp-caption-text">Hofnarr, allein mit sich und der Welt. Ein unbekannter Künstler malte das Bild. Es hängt im Schloss Osteka in Polen.</p></div> Manchem aus der großen Schar der Behinderten gelang es, aus seiner &#8220;gesellschaftlichen Brandmarkung&#8221; zum Narren eine Tugend zu machen. Trafen sich seine Wege zufällig mit denen irgendeines Potentaten, dann konnte er, ehe er sich versah, zum Hofnarren aufsteigen. über Nacht hatten die Bettelei, der Hunger und die Ungewissheit ein Ende. Oftmals kamen die Behinderten schon in ihrer Jugend zu ihren Herrschaften. Späher oder um die Gunst eines Herrschers buhlende Adlige hatten immer ein Auge für den Narrennachwuchs. Eine besondere &#8220;Nachfrage&#8221; bei Hofe bestand nach Menschen mit geistigen Mängeln, wie etwa Wirrköpfe, Phantasten und Einfältige, und nach Leuten mit körperlichen Gebrechen, sprich Zwergen, Krüppeln und Verwachsenen. Seit dem 13. Jahrhundert ist das Ausschmücken der herrschaftlichen Gesellschaft mit Narren vereinzelt belegbar.</p>
<p>Regelrecht zur Mode entwickelte sich das Hofnarrentum im 15. und 16. Jahrhundert an den europäischen Höfen. Im stetigen Kampf um Prestige wurde der Hofnarr, in einigen Höfen war es eine ganze Schar, zu einer Art Statussymbol für Könige, Herzöge und Fürsten. Längst zum festen Bestandteil des höfischen Lebens geworden, bestand ihre einzige Aufgabe darin, den Herrscher und seinen Hofstaat zu belustigen und bei Laune zu halten. Selbst der Renaissance-Humanismus mit seinem Bemühen um Menschenwürde und freie Persönlichkeitsentfaltung konnte an dieser aristokratischen Modeerscheinung nichts ändern. Dessen ungeachtet, waren derbe und brutale Späße mit den Narren an der Tagesordnung.</p>
<p>So berichten französische Geschichtsquellen von Turnieren mit Blinden und Schweinen, die in der Regierungszeit Karls VI. und Karls VII. stattgefunden haben sollen. Die Blinden steckte man in rostige Rüstungen und gab ihnen einen Holzknüppel als Waffe. Gelang es einem, ein Schwein totzuschlagen, so war es sein Eigentum. Jeder kann sich ausmalen, dass sich ein wildes Durcheinander entwickelte und alle Beteiligten gehörig etwas aufs Fell oder auf die Mütze, sprich Rüstung, bekamen. Nicht selten endeten solche höfischen Spektakel mit Verletzten oder gar Todesopfern (nach P. A. Dufau, Les Aveugles, 2. Aufl., Paris 1850).</p>
<p>Angesichts dieser und anderer makaberer Spielchen mag es uns heute schwer fallen, an Nächstenliebe und an eine karitative Seite des Hofnarrentums zu glauben. Aber in den historischen Aufzeichnungen ist oftmals zu lesen, dass man einen einfältigen Menschen um &#8220;Gottes willen&#8221; als Narren aufgenommen hat und bei Hofe ernährt. Ganz oben in der Gunst der Höfe standen Zwerge. Neun Hofzwerge zählten zum Hofstaat der Katharina von Medici. Makaber erscheint uns heute ihr Ansinnen, durch Zwergenhochzeiten deren Zahl zu vergrößern. Beliebt bei den Hofköchen war das Verstecken eines Zwerges in einer Pastete oder sein Auftauchen aus irgendwelchen Utensilien, wenn niemand bei Hofe damit rechnete. An einflussreichen Höfen wurden für sie spezielle Gemächer eingerichtet, die an große Puppenstuben erinnerten. Im Schloss von Mantua kann der Besucher diese Welt en miniature bestaunen. Anderenorts gab es einen &#8220;Kammerzwerg- Präzeptor&#8221; und eine eigene Bedienstete für die Kleinwüchsigen.</p>
<p>Über die Grenzen der Pfalz hinaus war der Zwerg Perkeo am Hof von Kurfürst Karl Philipp (1716–1742) in Heidelberg bekannt. Der Hofnarr stammte aus Südtirol, maß gerade einmal 1,10 m, und es ging ihm der Ruf voraus, sehr trinkfest zu sein. Auf die Frage nach einem Gläschen Wein antwortete er stets mit dem italienischen &#8220;Perche no?&#8221;, zu Deutsch &#8220;Warum nicht?&#8221;. So kam er zu seinem Spitznamen Perkeo. Zu seinen Aufgaben gehörte es, die Aufsicht über das 195.000 Liter fassende große Weinfass zu führen. Die Besucher des Heidelberger Schlosses können seine Statue neben dem größten Weinfass der Welt bestaunen. Die Legende berichtet, dass er täglich 18 Flaschen Wein geleert habe und ihn ausgerechnet ein Glas Wasser ins Jenseits beförderte. Joseph Victor von Scheffel schrieb den Text zu dem Lied &#8220;Das war der Zwerg Perkeo&#8221; und setzte ihm damit ein Denkmal.</p>
<p>Zu den körperlich und geistig deformierten Narren gehörte Claus von Rannstedt, auch Claus Narr genannt. Der stiernackige, schielende und mit schiefen Gesichtszügen gestrafte Spaßmacher war eine tragikomische Figur, die in über 50 Jahren vier sächsische Kurfürsten, quasi als Erbstück, und einen Erzbischof mit seinen Späßen erfreute. Nach 1530 verliert sich sein Weg im Dunkel der Geschichte. Einst hatte man ihn in seiner Kindheit von der Straße weg als Hofnarren angeworben. Historische Quellen schildern ihn als einen Menschen, den Wahnvorstellungen und Einbildungen keine klaren Gedanken fassen ließen. Andererseits berichten sie über Phasen klaren Denkens, in denen er übernatürliche Fähigkeiten entwickelte. So soll er den Einsturz einer neuen Brücke über die Elbe und den damit verbundenen Tod vieler Menschen vorhergesagt und ein anderes Mal auf ein ausgebrochenes Feuer auf der Veste Coburg hingewiesen haben, obwohl er hunderte Kilometer entfernt war. Seine telepathischen Fähigkeiten und seine oft beschriebenen Geistesblitze lassen vermuten, dass er, wie es Werner Mezger formuliert, das Zweite Gesicht besaß. Eine um 1535 am Johann-Friedrich-Bau des Schlosses Hartenfels in Torrau errichtete lebensgroße Figur des Hofnarren samt seinem Hund Lepsch zeugt von seiner einstigen Popularität als Hofnarr. Begründet wurde sie auch durch den Einzug in die Literatur. Hans Sachs schrieb &#8220;Klaus Narren drey grose wunder in der stat zv Leipzig&#8221;. und der Pfarrer Wolfgang Büttner veröffentlichte 1572 den mittelalterlichen Bestseller &#8220;Sechshundert sieben und zwantzig Historien von Claus Narren&#8221;.</p>
<p>Doch es kam die Zeit, wo das Aussehen oder der Schwachsinn der natürlichen Narren die Leute nicht mehr von den herrschaftlichen Hockern riss.</p>
<p>Fortsetzung folgt &#8230;</p>
<p><strong>Verfasst von Manfred Kühr</strong></p>
<p><strong>Quellen:</strong> Herausgegeben in der &#8220;Karfunkel – erlebbare Geschichte&#8221;, Ausgabe 49</p>
<p><strong>Bilder und Texte:</strong> Die Bilder und Texte wurden uns mit der freundlichen Genehmigung der Karfunkel-Redaktion und des Autors, Manfred Kühr, zur Verfügung gestellt. </p>
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		<title>Bericht: Die Geschichte des Rollstuhls</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Oct 2006 23:59:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Projekt Gink-Go!</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dies und Das]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilität]]></category>
		<category><![CDATA[Rollstuhl]]></category>

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		<description><![CDATA[Mobilität beginnt mit dem ersten &#8220;Schritt&#8221; Der Rollstuhl ist heutzutage nicht mehr aus dem Leben von gehbehinderten Menschen wegzudenken. Er ist mehr als nur ein Hilfsmittel; er bedeutet Mobilität und aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Doch bevor dieser Sessel mit Rädern diesen Erfolg erreichen konnte, hatte er einen langen Weg vor sich. Mobilität war dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Mobilität beginnt mit dem ersten &#8220;Schritt&#8221;</h2>
<p>Der Rollstuhl ist heutzutage nicht mehr aus dem Leben von gehbehinderten Menschen wegzudenken. Er ist mehr als nur ein Hilfsmittel; er bedeutet Mobilität und aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.</p>
<p>Doch bevor dieser Sessel mit Rädern diesen Erfolg erreichen konnte, hatte er einen langen Weg vor sich.</p>
<p><span id="more-111"></span><br />
Mobilität war dem Menschen schon immer wichtig. Das wussten bereits die Chinesen. 1300 vor Christus benutzten gehbehinderte, kranke oder sehr alte Menschen eine Art Sessel mit Rollen, der es den Betroffenen möglich machte, relativ selbständig innerhalb ihres Umfeldes zu agieren. Natürlich war er nicht mit den flotten Dingern von heute zu vergleichen; er war einfach, aber funktionell gestaltet, jedoch war diese Art der Konstruktion nur den Reichen vorbehalten.</p>
<p><div id="attachment_114" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="/wp-content/uploads/2009/12/rollstuhl_fontana_1420.jpg"><img src="/wp-content/uploads/2009/12/rollstuhl_fontana_1420-150x150.jpg" alt="Fontana 1420" title="Fontana 1420" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-114" /></a><p class="wp-caption-text">Abbildung eines rollstuhlähnlichen Geräts um 1420</p></div> Bereits im Mittelalter war es nötig, Menschen mit schweren Kriegsverletzungen mit einer Art Schubkarre aus Kriegsgebieten zu bringen. Behinderte Menschen genossen nur wenig Ansehen und hatten daher keinerlei Möglichkeit, selbständig zu leben. Nur die reichen und wohlhabenden Gesellschaftsschichten versuchten, Hilfsmittel für ihre angesehenen gehbehinderten Mitbürger zu bauen. Obwohl das technische Wissen noch sehr eingeschränkt war, war die Kreativität umso höher. 1420 wurde ein Rollstuhl mit Seilwinden hergestellt, nicht einfach zu manövrieren und viel zu schwer, aber dennoch funktionell.</p>
<p><div id="attachment_115" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="/wp-content/uploads/2009/12/rollstuhl_koenig_philipp_1595.jpg"><img src="/wp-content/uploads/2009/12/rollstuhl_koenig_philipp_1595-150x150.jpg" alt="König Philipp 1595" title="König Philipp 1595" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-115" /></a><p class="wp-caption-text">Abbildung des Rollstuhls von König Philipp von Spanien um 1569</p></div> 1595 benutzte König Philipp von Spanien ein rollstuhlähnliches Gefährt, da er an schwerer Gicht litt. Mit diesem Rollstuhl war es ihm möglich, relativ autark in seinem Schloss herum zu fahren, um seine Regierungsgeschäfte wahrzunehmen. Zudem war sein Rollstuhl schon ein Luxusgefährt, denn er besaß eine höhenverstellbare Fußstütze, und die kleinen Vorderräder waren voneinander unabhängig navigierbar. Das Hauptmaterial war Holz, was den Rollstuhl äußerst unbequem machte, da es keinerlei Stoßdämpfer gab und vermutlich auch so mancher Holzwurm ein sicheres Heim fand.</p>
<p>Alles, was die Vorgänger von rollstuhlähnlichen Modellen gemeinsam hatten, war, dass sie nur mit fremder Hilfe zu bewegen waren. Die Personen saßen zwar in einem mobilen Gefährt, konnten dieses aber nicht selbst bewegen.</p>
<p><div id="attachment_113" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="/wp-content/uploads/2009/12/rollstuhl_farfler_1655.jpg"><img src="/wp-content/uploads/2009/12/rollstuhl_farfler_1655-150x150.jpg" alt="Farfler 1655" title="Farfler 1655" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-113" /></a><p class="wp-caption-text">Der Nürnberger Uhrmacher Stephan Farfler litt an Kinderlähmung und erfand einen handbetriebenen Rollstuhl</p></div> 1655 erfand der Nürnberger Uhrmacher Stephan Farfler mit zarten 22 Jahren den ersten selbst angetriebenen Rollstuhl. Da er an Kinderlähmung litt und nicht immer von seiner Mutter in die Kirche getragen werden wollte, überlegte sich der tiefgläubige Uhrmacher, wie er selbständig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und seine Mutter entlasten könnte. Die Mechanik war sehr ausgeklügelt, und man könnte ihn mit den heutigen Handbikes vergleichen.</p>
<p>Ob nun die Konstruktion des pfiffigen Uhrmachers Vorbild für unsere heutigen Rollstühle ist, können wir nicht sagen, dennoch können wir erkennen, dass der Rollstuhl im Laufe der Jahrhunderte sich immer mehr an den Menschen angepasst hat; mag es daran liegen, dass die Belange von behinderten Menschen immer mehr in den Vordergrund rückten und sich somit auch die Hilfsmittel im Laufe der Zeit an die Betroffenen angepasst haben. Auch ist die reine Funktionalität eines Rollstuhls nicht mehr so bedeutend, wie zum Beispiel die Bequemlichkeit.</p>
<p><div id="attachment_112" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="/wp-content/uploads/2009/12/rollstuhl_roosevelt.jpg"><img src="/wp-content/uploads/2009/12/rollstuhl_roosevelt-150x150.jpg" alt="Roosevelt" title="Roosevelt" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-112" /></a><p class="wp-caption-text">Theodor Roosevelt, ehemaliger US-Präsident, litt an Poliomyelitis und bestritt seine Amtsgeschäfte im Rollstuhl</p></div> Franklin Delano Roosevelt, ehemaliger amerikanischer Präsident, litt an Poliomyelitis und regierte das Land von 1933 bis 1945 vom Rollstuhl aus. Er war stets bemüht, den Frieden aufrechtzuerhalten und ist für viele ein leuchtendes Beispiel. Der Rollstuhl schien ihn nicht zu behindern – ganz im Gegenteil: Roosevelt verschaffte er Mobilität und Freiheit. Auf dem Bild kann man ihn mit einem kleinen Mädchen namens Ruthie Bie und seinem Hund Fala sehen.</p>
<p>In den letzten 50 Jahren gab es eine rasante Entwicklung des Rollstuhls, und schon lange hat er nicht mehr nur den Zweck der Mobilität, sondern ist auch zu einem Prestige-Objekt geworden. Behinderte Menschen wurden immer mehr ein sichtbarer Teil der Gesellschaft und verlangten somit auch ihre Unabhängigkeit, die der Rollstuhl nun mal vor allem für gehbehinderte Menschen bedeutete.</p>
<p>Eine große Anzahl an Rollstuhldesigns, –farben und –marken, die an die unterschiedlichen Bedürfnisse und Behinderungsarten ihrer Besitzer angepasst werden können, eroberten den Markt. Auch die Art, wie die Rollstühle gesteuert werden, ist nicht mehr abhängig von einer fremden Person, die den Rollstuhl schiebt, sondern die zusätzlichen technischen Hilfsmittel wie z.B. Elemente, die mit Kinn, Mund oder per Joystick bedient werden, sorgen für die notwendige Unabhängigkeit. Es gibt auch &#8220;mitwachsende&#8221; Rollstühle für Kinder, sodass unsere Kleinsten am flottesten unterwegs sind.</p>
<p>Für manuelle Rollstühle gibt es kleine Antriebsmotoren, die an den Hinterrädern eingehängt werden, um das Rollen zu erleichtern. Für Menschen mit motorischer Behinderung gibt es die rasanten Elektrorollstühle, die alle Hindernisse überwinden und dazu noch besonders schick sind.</p>
<p>Die Sicherheit steht natürlich an vorderster Front; das Angebot an Gurten und Sicherheitszubehör ist vielfältig und bunt.</p>
<p>Auch im Bereich des Behindertensports spielt der Rollstuhl für sportbegeisterte gehbehinderte Menschen eine wichtige Rolle. Egal, ob es sich um Tennis, Basketball oder Rugby handelt, für all diese Sportarten und vieles mehr gibt es den passenden Rollstuhl.</p>
<p>Fortsetzung folgt &#8230;</p>
<p>Verfasst von Alexandra Steiner am <strong>27. Oktober 2006</strong></p>
<p><strong>Quellen:</strong> Wikipedia</p>
<p>Bilder: Diese Bilder (rollstuhl_fontana_1420.jpg, rollstuhl_koenig_philipp_1595.jpg, rollstuhl_farfler_1655.jpg und rollstuhl_roosevelt.jpg) sind gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Kanada und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers. </p>
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		<title>Interview: Integration Wien</title>
		<link>http://www.projekt-gink-go.at/2006/09/integration_wien/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Sep 2006 13:33:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Projekt Gink-Go!</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule und Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Team von Integration Wien: Helga Reindl, Magistra Waltraud Engl und Magistra Yvonne Vergörer Gemeinsam leben – gemeinsam lernen Der Elternverein &#8220;Gemeinsam leben – gemeinsam lernen – Integration Wien&#8221; setzt sich seit Mitte der 80er-Jahre für die Anliegen von Eltern von Kindern mit Behinderung ein. Ziel war und ist es, für Kinder und Jugendliche mit und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Team von Integration Wien:</h2>
<p>Helga Reindl, Magistra Waltraud Engl und Magistra Yvonne Vergörer</p>
<blockquote><p>Gemeinsam leben – gemeinsam lernen</p></blockquote>
<p>Der Elternverein &#8220;Gemeinsam leben – gemeinsam lernen – Integration Wien&#8221; setzt sich seit Mitte der 80er-Jahre für die Anliegen von Eltern von Kindern mit Behinderung ein. Ziel war und ist es, für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung die Möglichkeit zu schaffen, miteinander aufzuwachsen sowie miteinander und voneinander zu lernen. Der massive Einsatz der Eltern war ein wesentlicher Bestandteil bei der Schaffung von gesetzlichen Rahmenbedingungen für die schulische Integration. Heute gibt es zwar gesetzliche Rahmenbedingungen für die schulische Integration, doch ist dadurch keineswegs die Arbeit von Integration Wien weniger wichtig geworden – ganz im Gegenteil: Fragen der Rahmenbedingungen, der Qualität, der beruflichen Qualifizierung und Integration sowie des Verständnisses von Integration und Inklusion in allen Lebensbereichen etc. benötigen weiterhin ihren vollen Einsatz.</p>
<p>Wir möchten Ihnen die Arbeit und auch die Bestrebungen von Integration Wien und die Bedeutung von schulischer und beruflicher Integration näherbringen.</p>
<p>Alexandra Steiner sprach für Projekt Gink-Go! mit dem Team von Integration Wien: Helga Reindl, Magistra Waltraud Engl und Magistra Yvonne Vergörer.</p>
<p><span id="more-63"></span><br />
<strong>Alexandra:</strong> Integration Wien ist in Wien eine nicht mehr wegzudenkende Institution im Bereich der Behindertenarbeit. Welche Bereiche umfasst Ihre Arbeit? Was sind die Schwerpunkte?</p>
<p><strong>Team Integration Wien:</strong> Der Elternverein &#8220;Gemeinsam leben – gemeinsam lernen – Integration Wien&#8221; arbeitet seit 1986 für die unteilbare Integration von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft – für ein Leben ohne Aussonderung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung.</p>
<p>Der Verein &#8220;Gemeinsam leben – gemeinsam lernen – Integration Wien&#8221; ist Träger der Beratungseinrichtung für (vor)schulische Integration sowie des Projekts &#8220;Elternnetzwerk Wien&#8221; (seit 1. September 2006), ambulanter Wohnbegleitung und einer integrativen Wohngemeinschaft (ohne Betreuung) und bietet pädagogische Assistenz und Freizeitbegleitung an.</p>
<p>Im Rahmen der Beratungseinrichtung für (vor)schulische Integration werden Beratungen primär in den Bereichen Kindergarten und Pflichtschule sowie in Bezug auf Lern- und Freizeitassistenz angeboten. Auch bei übergeordneten Fragen wie z.B. Pflegegeld, Hilfsmittel und erhöhte Familienbeihilfe wird Unterstützung angeboten. Im Bereich Übergang Schule – Beruf wurde vom Bundessozialamt Landesstelle Wien für das von uns eingereichte Projekt &#8220;Elternnetzwerk Wien&#8221; – Elternnetzwerk und Beratung für Eltern und Angehörige von Jugendlichen mit Behinderungen am Übergang Schule – Beruf eine Vorbereitungsphase bewilligt.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Wie sieht Ihre Beratungstätigkeit aus?</p>
<p><strong>Team Integration Wien:</strong> Die Beratungstätigkeit und das Beratungsverständnis von Integration Wien sind sehr umfassend und von einem intensiven Wechselspiel zwischen den unmittelbaren Bedürfnissen der Menschen mit Behinderung, ihren Eltern und Angehörigen und den professionell tätigen Mitarbeiterinnen geprägt.</p>
<p>Wir beraten in Form von persönlichen und telefonischen Beratungen. Persönliche Beratungen erfolgen aufgrund aktueller, akuter, spezifischer sowie komplexer Problemstellungen. Die Anzahl der Beratungen pro Klient und Klientin hängt von der Problemstellung und dem sich daraus ergebenden Prozess ab. Telefonische Beratungen sind in der Regel spezifische Informationsvermittlungen, Abklärungsgespräche oder Beratungen in sowohl kurzfristigen als auch akuten Problem- und Krisensituationen. Die Möglichkeit, uns am Bedarf der Menschen, die sich an uns wenden, zu orientieren, ist für uns ein wesentliches Qualitätskriterium. In Bezug auf die Häufigkeit von telefonischen und persönlichen Beratungen ist in den letzten Jahren eine Verlagerung von abnehmenden persönlichen, hin zu zunehmenden telefonischen Beratungen zu bemerken. Familien von Kindern mit Behinderung und vor allem viele allein erziehende Frauen sind oft sehr intensiv mit der Bewältigung des Alltags beschäftigt und meist froh darüber, wenn Beratung und Informationsvermittlung via Telefon möglich sind. Bei komplexen Fragestellungen dominieren weiterhin persönliche Gespräche. Im Zuge der Vorbereitungsphase zu unserem Projekt &#8220;Elternnetzwerk Wien&#8221; arbeiten wir derzeit sehr intensiv am Aufbau eines Elternnetzwerks mit dem Ziel, Eltern und Angehörige von Jugendlichen mit Behinderungen am Übergang Schule – Beruf zu unterstützen, zu begleiten und zu mobilisieren sowie den Integrationsprozess von Jugendlichen mit Behinderungen verstärkt zu fördern und einzufordern.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Wer ist Ihre Klientel?</p>
<p><strong>Team Integration Wien:</strong> Unsere Klientel sind primär Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung sowie Jugendliche mit Behinderung selbst. Weiters beraten wir aber auch Lehrer und Lehrerinnen, Kindergärtner und Kindergärtnerinnen, Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen sowie alle am Thema Integration Interessierten.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Ihr neues Projekt &#8220;Elternnetzwerk Wien&#8221; beschäftigt sich mit der Integration von Jugendlichen mit Behinderungen im Übergang Schule – Beruf. Wie kam es zur Gründung und was sind die Inhalte dieses Projektes?</p>
<p><strong>Team Integration Wien:</strong> Das neue Projekt von Integration Wien &#8220;Elternnetzwerk Wien&#8221; widmet sich primär dem Aufbau eines Elternnetzwerks zur Unterstützung und Stärkung von Eltern/Angehörigen von Jugendlichen mit Behinderungen sowie der Beratung von Eltern/Angehörigen bzw. der Jugendlichen selbst. Regelmäßige Eltern-/Austauschforen und Informationsveranstaltungen werden begleitend zu unserer Beratungsarbeit angeboten.</p>
<p>Abgeleitet wurde das &#8220;Elternnetzwerk Wien&#8221; von dem zwischen Mai 2004 und März 2006 österreichweit durchgeführten Projekt von Integration Österreich: &#8220;Zwischen 13 und 25 – was tun?&#8221; Das bundesweite Projekt konnte leider aufgrund der Insolvenz von IÖ nicht fortgeführt werden. Integration Wien wurde mit September 2006 vom Bundessozialamt Wien mit der Vorbereitungsphase für das &#8220;Elternnetzwerk Wien&#8221; und mit Jänner 2007 mit der Umsetzung beauftragt.</p>
<p>Das Projekt wurde initiiert, um Eltern und Angehörige sowie Jugendliche im sehr unübersichtlichen und schwierigen Übergang Schule – Beruf zu unterstützen. Es gibt zahlreiche Angebote, viele Informationen und Stellen, und es ist für Eltern und Jugendliche schwierig, einen Überblick zu bekommen bzw. die geeigneten Maßnahmen zu finden, um den nächsten Schritt in Richtung berufliche Integration gehen zu können.</p>
<p>Das Projekt wird vom Bundessozialamt aus Mitteln der Beschäftigungsoffensive gefördert.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Konnten Sie durch Ihre Arbeit Erfolge erzielen?</p>
<p><strong>Team Integration Wien:</strong> Es geht meist darum, in konkreten Situationen Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Häufig erschweren Rahmenbedingungen wie Ängste und fehlende Bereitschaft zu Auseinandersetzung das Erarbeiten von zufriedenstellenden Lösungen. In diesen Situationen übernehmen wir auch vermittelnde Funktion. Das Erarbeiten von individuellen Wegen ist nach wie vor von großer Bedeutung, da aufgrund von gekürzten Ressourcen und strengen Erfolgsvorgaben für viele Jugendliche keine geeigneten Angebote gegeben sind.</p>
<p>Wir beraten und begleiten Eltern bzw. ihre Kinder mit Behinderung oft vom Kindergartenalter bis hin zum Übergang Schule – Beruf. Das ist für uns auch ein Beweis dafür, dass unsere Angebote als unterstützend und hilfreich erlebt werden.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Wie wichtig ist die Zusammenarbeit von Organisationen, Arbeitgebern und diversen Schuleinrichtungen? Wie sieht die Kommunikation aus?</p>
<p><strong>Team Integration Wien:</strong> Aufgrund der Komplexität und Individualität jeder einzelnen Beratung ist eine positive Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen, Vereinen, anderen Beratungseinrichtungen, Schuleinrichtungen, Schulbehörden sowie Anbietern von Projekten, Clearingstellen, Arbeitsassistenz etc. unumgänglich. Ein intensiver Austausch sowie Vernetzung sind aus der Beratungsarbeit nicht mehr wegzudenken. Wir werden uns auch in Zukunft verstärkt um mehr Präsenz in der Öffentlichkeit bemühen.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Wie sehen Ihrer Meinung nach die derzeitige Arbeitslage oder Weiterbildungsmöglichkeiten für behinderte Menschen aus?</p>
<p><strong>Team Integration Wien:</strong> In den letzten Jahren sind zahlreiche Projekte geschaffen worden, die sich mit beruflicher Orientierung und Qualifizierung beschäftigen. Zunehmend werden Jugendliche bereits im Laufe ihres letzten Schuljahres von Clearing-Anbietern erfasst, um erste Schritte in Richtung berufliche Integration zu setzen. Seit 2003 gibt es die gesetzlich verankerte Möglichkeit einer integrativen Berufsausbildung. Dadurch wurde die Möglichkeit geschaffen, eine Lehrausbildung in Form einer verlängerten Lehrzeit oder in Form einer Teilqualifizierung zu absolvieren. In Wien wurden Lehrgänge dazu geschaffen (primär verlängerte Lehrzeit), nur leider werden die Möglichkeiten der integrativen Berufsausbildung in Firmen und bei Bund und Ländern noch kaum umgesetzt.</p>
<p>Grundsätzlich ist im gesamten Bereich folgende Tendenz zu beobachten: Je &#8220;leichter&#8221; die Behinderung und je geringer die Einschränkung, umso eher bestehen Chancen auf Qualifizierung und Arbeitsplatz, je ausgeprägter die Einschränkung bzw. Behinderung, umso geringer die Chancen. Da die Arbeitsmarktsituation für Jugendliche im Allgemeinen in Wien sehr schlecht ist, beobachten wir einen &#8220;Verdrängungsmechanismus&#8221;, in dem Jugendliche mit Behinderung zunehmend durch jene Jugendlichen verdrängt werden, die benachteiligt sind und keine Lehrstelle gefunden haben, jedoch nicht als behindert gelten. Quotendruck und veränderte Erfolgskriterien erschweren die Situation.</p>
<p>Ein großes Problem für viele Eltern stellt sich in der Form, dass es kaum Angebote der beruflichen Orientierung und Qualifizierung gibt, die länger als ein Jahr dauern – für viele Jugendliche ein massives Problem. Weitere schulische Förderung – auch in berufsbildenden Schulen – sowie eine intensive Vorbereitung und Orientierung in Bezug auf das Berufsleben sind eine elementare Forderung im Übergang Schule – Beruf. Die Ungleichbehandlung mit Jugendlichen ohne Behinderung liegt dabei auf der Hand, auch wenn für die Jugendlichen ohne Behinderungen viel zu wenig Lehrplätze vorhanden sind.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Hat es sich durch das Behindertengleichstellungsgesetz verbessert oder verschlechtert? Wo sehen Sie Handlungsbedarf?</p>
<p><strong>Team Integration Wien:</strong> Nach unserer Erfahrung hat das Behindertengleichstellungsgesetz bis dato noch keine offensichtlichen Änderungen in Bezug auf einzelne Personen bewirkt. Erste Aktivitäten und inhaltliche Auseinandersetzung in Form von Veranstaltungen sind jedoch zu beobachten.</p>
<p>Handlungsbedarf besteht dahingehend, dass berufsbildende Schulen auch für Schüler und Schülerinnen mit Behinderungen geöffnet werden müssen und integrativer Unterricht über die Pflichtschule hinaus durchgeführt werden muss. Es gibt seit Jahren in einigen Bundesländern erfolgreich laufende Schulversuche in berufsbildenden Schulen, die eine positive Umsetzung bestätigen. In Wien läuft derzeit nur ein Schulversuch an einer Fachschule.</p>
<p>Darüber hinaus müssen Ausbildungsplätze für Jugendliche mit Behinderung in der Wirtschaft sowie bei Bund und Ländern geschaffen werden. Bewusstseins-, Informations- und Sensibilisierungstätigkeit muss parallel erfolgen, um Hilfestellungen zu bieten und Ängste abzubauen. Das Eingehen auf individuelle Fähigkeiten und Bedürfnisse soll die Grundlage bei der Arbeit mit Menschen mit Behinderung sein. Dabei ist längerfristige Begleitung unumgänglich.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Mit welchen Organisationen arbeiten Sie zusammen?</p>
<p><strong>Team Integration Wien:</strong> Schulen, Schulbehörden, Anbieter von Kursen für Menschen mit und ohne Behinderung, Volkshochschulen, Informations- und Beratungsstellen, &#8220;Fonds Soziales Wien&#8221;, Bildungsministerium, Bundessozialamt, diverse Behinderteneinrichtungen, Projektanbieter im Übergang Schule – Beruf.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Wie wird Ihr Projekt finanziert?</p>
<p><strong>Team Integration Wien:</strong> Die Tätigkeiten der &#8220;Beratungseinrichtung für (vor)schulische Integration&#8221; werden vom &#8220;Fonds Soziales Wien&#8221; gefördert, die Aufgaben im Rahmen der Vorbereitungsphase für das Projekt &#8220;Elternnetzwerk Wien&#8221; werden vom Bundessozialamt Wien finanziert. Das Elternnetzwerk ist ein von Sozialstaatssekretär Sigisbert Dolinschek unterstütztes Projekt, finanziert aus Mitteln der Beschäftigungsoffensive der österreichischen Bundesregierung (Behindertenmilliarde) für Menschen mit Behinderungen. Spenden und Mittel aus &#8220;Licht ins Dunkel&#8221; werden für unsere Assistenzangebote verwendet.</p>
<p>Logo von &#8220;Fonds Soziales Wien&#8221; Logo von Bundessozialamt Wien</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Wie könnte man Ihre Arbeit und somit Ihr Projekt unterstützen?</p>
<p><strong>Team Integration Wien:</strong> Durch Spenden und Mitgliedsbeiträge, (ehrenamtliche) Mitarbeit, Weitergabe unserer Angebote an Eltern und Jugendliche mit Behinderung und durch Einschaltungen in diversen Medien.</p>
<p><strong>Alexandra:</strong> Was sind Ihre zukünftigen Pläne fürs Projekt? Was würden Sie sich wünschen?</p>
<p><strong>Team Integration Wien:</strong> Einreichung um Finanzierung für die Projekte &#8220;Freizeitassistenz&#8221; und &#8220;Pädagogische Assistenz&#8221;, Qualitätssicherung der Integration behinderter Schüler und Schülerinnen an der Pflichtschule. Bekannt machen des Projektes &#8220;Elternnetzwerk&#8221;, Aufbau von Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen mit Eltern, aber auch mit Projektanbietern, Angebot von Eltern- und Austauschrunden und Informationsveranstaltungen. Mitarbeit bei diversen Plattformen und Arbeitsgruppen; Mitarbeit am Aufbau von Hortplätzen für Schüler und Schülerinnen mit Behinderung im außerschulischen Bereich und in den Ferienzeiten.</p>
<p>Unsere Wünsche für die Zukunft sind gleiche Bildungschancen für Jugendliche mit Behinderung, gesetzliche Verankerung von Integration in der Sekundarstufe II, Umsetzung der integrativen Berufsausbildung in Firmen und bei öffentlichen Stellen, ein &#8220;pulsierendes&#8221; Elternnetzwerk, differenzierte Quoten, Arbeitsplätze für alle Jugendlichen und finanzielle Sicherstellung der Beratungsstelle.</p>
<p>Im Namen von Projekt Gink-Go! bedanke ich mich für das Interview und wünsche Ihnen viel Erfolg für Ihre Arbeit.</p>
<p><strong>Mehr Informationen erhalten Sie unter der Internetadresse:</strong> http://www.integrationwien.at</p>
<p><strong>Infos zum Interview:</strong> Das Interview wurde per E-Mail durchgeführt.</p>
<p><strong>Logos und Bild:</strong> Wurden von &#8220;Integration Wien&#8221; zur Verfügung gestellt.</p>
<p><strong>Gesprächspartnerin:</strong> Alexandra Steiner</p>
<p>Das Interview erscheint am 21. September 2006.</p>
<p><strong>Update:</strong> Bei der Frage &#8220;Ihr neues Projekt &#8216;Elternnetzwerk Wien&#8217; beschäftigt sich mit der Integration von Jugendlichen mit Behinderungen im Übergang Schule – Beruf. Wie kam es zur Gründung und was sind die Inhalte dieses Projektes?&#8221; wurde die Antwort auf Wunsch von &#8220;Integration Wien&#8221; geändert. – Änderung am 2. April 2007.</p>
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		<title>Bericht: Walk and Roll</title>
		<link>http://www.projekt-gink-go.at/2006/08/bericht-walk-and-roll/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Aug 2006 23:41:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Projekt Gink-Go!</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gemeinsames individuelles Reisen für Menschen mit und ohne Behinderung Die Gründung Die Motivation zur Gründung von &#8220;Walk and Roll&#8221; bestand darin, Menschen mit Behinderung im Urlaub ihre Selbstbestimmung zu lassen. Aus Erzählungen vieler Urlauber, die mit einer Gruppe verreisten, erfuhren wir, dass die Strukturen innerhalb der Gruppe sehr stark waren und somit kaum Freiheit, selbst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Gemeinsames individuelles Reisen für Menschen mit und ohne Behinderung</h2>
<h3>Die Gründung</h3>
<p>Die Motivation zur Gründung von &#8220;Walk and Roll&#8221; bestand darin, Menschen mit Behinderung im Urlaub ihre Selbstbestimmung zu lassen. Aus Erzählungen vieler Urlauber, die mit einer Gruppe verreisten, erfuhren wir, dass die Strukturen innerhalb der Gruppe sehr stark waren und somit kaum Freiheit, selbst zu bestimmen, wie der Urlaub des Einzelnen auszusehen hat. Daher wollten wir Gruppenreisen so gestalten, dass sie sowohl für jeden Einzelnen individuell, aber auch ein gemeinsames Beisammensein ermöglichen. Die Mitglieder sollten selbst entscheiden, wann und wo sie ihre Mahlzeiten einnehmen und wann sie ins Bett gehen wollen – also ihren Tagesablauf selbst gestalten.</p>
<p><span id="more-108"></span><br />
Um letztendlich den Wunsch vom gemeinsamen Reisen zu verwirklichen, wurde ein Verein gegründet. Dieser Verein ermöglichte erst die Umsetzung von der Idee des gemeinsamen Reisens, in dem wir Mitglieder anwerben konnten – und somit auch in finanzieller Hinsicht auf stabilen Beinen standen. Der Verein &#8220;Walk and Roll&#8221; wurde im Jahr 2004 von Hermi Gruber gegründet. Ein kleiner Verein, der es möglich macht, dass behinderte und nichtbehinderte Menschen gemeinsam auf Urlaub fahren.</p>
<p>Wir haben lange überlegt, welchen Namen wir unserem Verein geben sollen. Es sollte ein Name sein, der aussagt, dass behinderte und nichtbehinderte Menschen beteiligt sind. Der Name &#8220;Walk and Roll&#8221; trifft es ganz gut: walk = gehen, roll = rollen, also Gehen und Rollen. Der Name soll aussagen, dass Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam etwas unternehmen.</p>
<h3>Arbeit und Organisation</h3>
<p>Zweck und Ziel von &#8220;Walk and Roll&#8221; ist es, einmal im Jahr einen längeren Urlaub (7 bis 10 Tage) in den Sommermonaten Juli oder August in Österreich oder auch im Ausland zu verbringen. So ein Urlaub muss natürlich organisiert und geplant werden; deshalb findet zwei- bis dreimal im Jahr ein Treffen des Vorstands und der Vereinsmitglieder statt, um einerseits Fotos auszutauschen und andererseits über das Urlaubsziel im nächsten Jahr zu diskutieren.</p>
<p>Nachdem wir gemeinsam ein Urlaubsland festgelegt haben, werden Informationen über behindertengerechte Unterkünfte eingeholt. Dies geschieht meistens über Internet bzw. Anfragen per E-Mail. Zusätzlich werden diese behindertengerechten Unterkünfte einige Monate vor Urlaubsantritt von zwei Personen (Vorstands- und/oder Vereinsmitglieder) begutachtet. Dabei wird auch in Erfahrung gebracht, welche Urlaubsangebote in Anspruch genommen werden können, z.B. behindertengerechter Zugang zum Badesee, Restaurants, Museen usw. Es werden auch Fotos gemacht, damit sich die Vereinsmitglieder selbst ein Bild von den Urlaubsunterkünften machen können.</p>
<p>Es wird – so gut wie möglich – versucht, allen Ansprüchen gerecht zu werden. Das ist leider nicht immer möglich, da die Unterkünfte (meistens Jugendherbergen) nicht immer hundertprozentig behindertengerecht ausgestattet sind. Dann muss oft improvisiert werden, z.B. wenn nur ein Zimmer mit einer ebenerdigen Dusche ausgestattet ist.<br />
Personenkreis</p>
<p>Um Mitglied bei &#8220;Walk and Roll&#8221; zu werden, muss man das 18. Lebensjahr vollendet haben und voll geschäftsfähig sein. An unseren Urlauben und Treffen können körperbehinderte und nichtbehinderte Menschen teilnehmen. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen pro Urlaub beschränkt. Mitglieder haben den Vorteil, dass sie gegenüber Nichtmitgliedern bevorzugt werden, wenn mehr als 15 Personen an einem Urlaub teilnehmen wollen.</p>
<p>Aus organisatorischen Gründen können wir nur behinderte Mitglieder aufnehmen, die zum größten Teil selbständig sind. Wir können leider kein geschultes Pflegepersonal zur Verfügung stellen, da wir nur begrenzte finanzielle Mittel haben.</p>
<h3>Mitglieder gesucht</h3>
<p>Wir freuen uns auf zukünftige Mitglieder, die unternehmungslustig sind und Spaß am Reisen haben. Willkommen sind sowohl reisebegeisterte behinderte als auch nichtbehinderte Mitglieder.</p>
<p>Verfasst von Siegfried Allacher am <strong>27. August 2006</strong></p>
<p>Information zum Bericht: Näheres finden Sie auf <a title="Zur WalkNRoll-Seite" href="http://walkandroll.heim.at" target="_blank">http://walkandroll.heim.at</a>.</p>
<p>Für Wünsche, Anregungen und Anfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung; Sie erreichen uns unter der E-Mail-</p>
<p><strong>Adresse: </strong><a title="E-Mail an WalkNRoll" href="mailto:walkandroll@gmx.at">walkandroll@gmx.at</a></p>
<p><strong>Logo:</strong> Wurde von &#8220;Walk and Roll&#8221; zur Verfügung gestellt.</p>
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		<item>
		<title>Ungargasse 69, Wien III</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Aug 2006 23:41:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Projekt Gink-Go!</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule und Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Internat]]></category>
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		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Bericht: Die Entstehung des Schülerheims der Bundeslehranstalt Ungargasse 69, Wien III Nina Binder Eine Ausbildungsstätte für alle Mein Name ist Nina Binder und ich hörte vor zwei Jahren das erste Mal von einer Schule, die behinderten Menschen optimale Möglichkeiten für ihre Ausbildung bietet. Ich ging zum Tag der offenen Tür, um diese Schule und das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Bericht: Die Entstehung des Schülerheims der Bundeslehranstalt Ungargasse 69, Wien III</h2>
<p><strong>Nina Binder</strong></p>
<blockquote><p>Eine Ausbildungsstätte für alle</p></blockquote>
<p>Mein Name ist Nina Binder und ich hörte vor zwei Jahren das erste Mal von einer Schule, die behinderten Menschen optimale Möglichkeiten für ihre Ausbildung bietet. Ich ging zum Tag der offenen Tür, um diese Schule und das dazugehörende Schülerheim zu besichtigen.</p>
<p>Bald darauf meldete ich mich an – erfolgreich, denn ich wurde aufgenommen und besuche inzwischen das dritte Jahr Handelsschule. Das Internat bietet mir eine gute Wohnmöglichkeit, Gelegenheiten, neue Kontakte zu knüpfen und die Chance, unabhängiger zu sein. So machte ich mir meine Gedanken darüber, wie diese Schule und das Wohnheim entstanden waren. Wie hatte das alles begonnen? Was war ausschlaggebend dafür, dass ich nun diese Schule besuchen kann?</p>
<p>In diesem kurzen Bericht möchte ich Ihnen erzählen, wie die Idee und schließlich das Gebäude selbst entstanden sind. Ich wünsche Ihnen viel Spaß auf der Reise durch die Geschichte – die Geschichte des Schülerheims Juchgasse.</p>
<p><span id="more-39"></span></p>
<h2>Hoffnung für junge behinderte Menschen</h2>
<p>Das heutige Schülerheim der Juchgasse hatte seine Wurzeln bereits im Kriegsinvalidenhaus der Hochheimgasse im 13. Wiener Gemeindebezirk. Dieses wurde am 5. Mai 1910 durch Kaiser Franz Joseph eröffnet. Es blieb lange Zeit erhalten, auch als 1944 ein Bombenhagel rund ums Invalidenhaus fiel; es blieb beinahe unbeschadet. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Verletzungen der Heimgekehrten glücklicherweise nicht so schwer, dass ein Einzug ins Invalidenhaus notwendig gewesen wäre. Übrig blieben also nur die Kämpfer aus dem Ersten Weltkrieg.</p>
<p>1945 wurde die Bundesfachschule für Technik gegründet. Dort wurden Kurse und Fachschullehrgänge angeboten. Weiterhin befanden sich hier Lehrwerkstätten für Metall- und Holzverarbeitung. Diese Idee fand große Freude bei vielen jungen behinderten Menschen, da sie nach einem Ausbildungsplatz suchten, der auf ihre Behinderung abgestimmt war. Es wurden immer mehr Schüler, die auch aus allen Bundesländern Österreichs kamen, und bald schon suchte man nach einer Wohnmöglichkeit für diese jungen Menschen.</p>
<p>Da kam das alte Invalidenhaus gerade recht. Die Bewohneranzahl dieses Hauses war seit dem Zweiten Weltkrieg weiter gesunken und so beschloss man, darin einen Wohnplatz für junge behinderte Schüler zu schaffen.</p>
<p>So wurde also am 12. Februar 1957 offiziell das Schülerheim in der Hochheimgasse eröffnet.</p>
<div id="attachment_45" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="/wp-content/uploads/2009/12/schuelerheim_hochheimgasse.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-45" title="Hochheimgasse" src="/wp-content/uploads/2009/12/schuelerheim_hochheimgasse-150x150.jpg" alt="Hochheimgasse" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Hochheimgasse</p></div>
<p>Die Anzahl der Jugendlichen in diesem Schülerheim stieg rapide an und die Verwaltung und das Sozialministerium waren schlichtweg überfordert mit den Bedürfnissen der jungen Menschen. Das Zusammenleben der Jugendlichen mit den Bewohnern aus dem Krieg rief bald schon einige Probleme hervor. Da waren einerseits die älteren Kriegsinvaliden, die nicht viel mehr als etwas Ruhe, frische Luft und vielleicht ihre tägliche Ration Tabak benötigten, um glücklich zu sein. Auf der anderen Seite aber die jungen Menschen, die noch am Anfang ihres Lebens standen und die bescheidenen Ansprüche nicht nachvollziehen konnten. Dazu hatten beide Generationen ganz andere Ansichten, was das Leben betraf: die Alten, die den Krieg überstanden und ihre Behinderung bzw. Verletzungen aus dem Krieg erhalten hatten und nun ihren Lebensabend zubrachten, und die Jugend, die gerade erst anfing, richtig zu leben und von denen einige bestimmt schon seit ihrer Geburt beeinträchtigt waren. Sicherlich konnten diese beiden Gruppen nicht viele Anschauungen miteinander teilen, und so kam es wohl auch vermehrt zu Konflikten, wie es meistens ist, wenn zwei so unterschiedliche Generationen aufeinandertreffen.</p>
<div id="attachment_47" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="/wp-content/uploads/2009/12/schuelerheim_liegewiese.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-47" title="Liegewiese" src="/wp-content/uploads/2009/12/schuelerheim_liegewiese-150x150.jpg" alt="Liegewiese" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Liegewiese</p></div>
<p>Die Lage war also keineswegs gut. Das Schülerheim hatte seinen Standort im 13. Wiener Gemeindebezirk, während die Werkstätten und die Direktion sich in der Geigergasse im 4. Bezirk befanden. Die Höhere Technische Lehranstalt und Handelsschule waren wiederum im 5. Bezirk in der Castelligasse und in der Phorusgasse untergebracht. Dazu kam noch, dass sich die Räume selbst in keinem besonders guten Zustand befanden. Dennoch wurde mit allen Mitteln versucht, den Unterricht so angenehm wie möglich zu gestalten. Das Essen für die Internatsschüler musste extra in die weit entfernte Schule transportiert werden, und auch die Schüler wurden täglich mit einem speziellen Bus zur Schule gebracht.</p>
<p>Es gab jedoch auch positive Entwicklungen. So wurde z.B. zu dieser Zeit auch das Schwimmen eingeführt, welches von da an jeden Mittwoch stattfand. Eine Heimband wurde gegründet und man veranstaltete Theateraufführungen, die die jungen Behinderten selbst einstudierten.</p>
<div id="attachment_44" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="/wp-content/uploads/2009/12/schuelerheim_bubenhaus.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-44" title="Bubenhaus" src="/wp-content/uploads/2009/12/schuelerheim_bubenhaus-150x150.jpg" alt="Bubenhaus" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Bubenhaus</p></div>
<p>Doch letztendlich musste man erkennen, dass das alte Gebäude den speziellen Anforderungen der Jugendlichen nicht gerecht werden konnte. Das Internat war in ein Mädchen- und ein Burschenhaus aufgeteilt, wobei sich im Mädchenhaus nicht einmal ein Aufzug befand. Die Rollstuhlfahrerinnen mussten also im Erdgeschoss untergebracht werden. Wenn es für sie doch einmal notwendig war, in ein höher gelegenes Stockwerk zu gelangen, so mussten sie von Hausarbeitern hinaufgetragen werden. Und so war man schnell auf der Suche nach einem neuen Grundstück, jedoch leider vorerst ohne Erfolg. Es war nicht einfach, einen Platz zu finden, der geeignet für dieses spezielle Schülerheim war – ein Schülerheim, welches vielen Jugendlichen aus allen Bundesländern die Möglichkeit bietet, für das weitere Leben zu lernen und einen guten Einstieg in den Beruf zu erhalten. Für wichtig wurde erachtet, dass das Schülerheim einen direkten Anschluss an die Schule hat. Die Räumlichkeiten des Internats sollten gut auf die besonderen Bedürfnisse behinderter Menschen abgestimmt sein. Damit war aber nicht gemeint, es den Jugendlichen zu leicht zu machen, denn sie sollten ja auch fürs spätere Leben lernen. Es ging eben um das Finden des richtigen Mittelmaßes. Neben dem Lernen für die Schule war es ein besonderes Anliegen, dass man in diesem Heim auch Selbstständigkeit, Hilfsbereitschaft und dergleichen lernen kann. Doch das Heim sollte zukünftig nicht nur behinderten Jugendlichen zur Verfügung stehen, sondern auch &#8220;nichtbehinderten&#8221;. Beabsichtigt war eben ein Heim für alle. Auch das Zusammenleben von behinderten mit nichtbehinderten Jugendlichen würde sicherlich eine Herausforderung für beide Seiten darstellen, doch letztendlich ist es doch so, dass beide gleichermaßen voneinander lernen können.</p>
<p>Die Idee war da, aber das Grundstück fehlte. Das größte Problem stellte wohl auch die Lage dieses Grundstückes dar, denn es musste gut erreichbar sein. Also war es bis zur Verwirklichung des Traumes ein langer Weg, und die Zusammenarbeit vieler Menschen war nötig.</p>
<p>Doch letztendlich schaffte man es; man fand ein Grundstück in der Juchgasse. Früher hatte dort die Post ihre Garagen angelegt, doch nun sollte dort die Idee des neuen Schülerheimes endlich greifbar werden.</p>
<div id="attachment_46" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://99tkj.w4yserver.at/wp-content/uploads/2009/12/schuelerheim_juchgasse.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-46" title="Juchgasse" src="http://99tkj.w4yserver.at/wp-content/uploads/2009/12/schuelerheim_juchgasse-150x150.jpg" alt="Juchgasse" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Juchgasse</p></div>
<p>Zwischen 1986 und 1987 fand zur Freude vieler fleißiger Menschen, die sich sehr dafür einsetzten, endlich die Grundsteinlegung statt. Und im September 1987 konnten das Schülerheim und die dazugehörige Schule, zusammen mit einer neuen Therapiestation, eröffnet werden.</p>
<p>Von da an konzentrierte sich die Schule noch mehr auf die Ausbildung von Jugendlichen, die Um- und Nachschulungen der Erwachsenen traten in den Hintergrund. So steht dieses Gebäude nun seit 1987, und viele Schüler sind seither dort ein- und ausgegangen. Wollen wir hoffen, dass ihnen noch viele weitere folgen werden, denn letztendlich ist es nicht das Gebäude, sondern es sind die Menschen selbst, die diese Schule zu etwas Besonderem machen.</p>
<p>Anekdoten und Geschichten von ehemaligen Schülern und Erziehern</p>
<p>Fortsetzung folgt &#8230;</p>
<p><strong>Mehr Informationen erhalten Sie unter der Internetadresse:</strong> <a title="Zur Heim.SZU-Seite" href="http://heim.szu.at" target="_blank">http://heim.szu.at</a></p>
<p><strong>Quellen:</strong> Inhalte des Berichts stammen aus der Zeitschrift &#8220;Festschrift der Höheren Technischen Bundeslehranstalt, Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule, Wien III, Ungargasse 69&#8243;</p>
<p><strong>Bilder:</strong> Wurden von Frau Schönmitz, pädagogische Betreuerin im Schülerheim, zur Verfügung gestellt.</p>
<p><strong>Berichterstatterin:</strong> Nina Binder</p>
<p>Der Bericht erscheint am 20. August 2006.</p>
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